"Uninteressante Spiele"? Kleine Verbände kritisieren Ceferin
13 kleinere Verbände widersprechen der Kritik des UEFA-Chefs an der 48er-WM deutlich. Sie wehren sich gegen die Abwertung ihrer WM-Spiele.
Mehrere "kleine" Fußballverbände haben die Kritik von UEFA-Boss Aleksander Ceferin am neuen WM-Format mit 48 Teams zurückgewiesen - und mehr Respekt eingefordert. Dass der Präsident der Europäischen Fußball-Union laut slowenischen Medien betont hatte, dass die Erweiterung der Teilnehmerzahl zu vielen "komplett uninteressanten" Spielen führe, sei "zutiefst enttäuschend", hieß es in einer Stellungnahme am Sonntag.
Die Erklärung wurde demnach von den Verbänden von Kap Verde, Curacao, Usbekistan, DR Kongo, Haiti, Algerien, Tunesien, Marokko, Ägypten, Ghana, Senegal, Elfenbeinküste (Cote d'Ivoire) und Südafrika unterzeichnet.
Darin wurde kritisiert, dass es für deren Länder "kein unwichtiges WM-Spiel" gebe: Die Andeutung, diese Spiele seien weniger wichtig, verkenne "die Anstrengungen, Opfer und Hoffnungen von Spielern, Trainern, Vereinen, Fußballfunktionären und Fans weltweit". Der Fußball gehöre "nicht einer ausgewählten Gruppe von Nationen", man weise Ceferins Bewertung daher "respektvoll, aber entschieden" zurück.
Der 58-Jährige, der als UEFA-Chef zugleich Vizepräsident der Weltverbandes FIFA ist, hatte laut der slowenischen Zeitung Delo mit Blick auf das WM-Format gesagt: "Wir haben viele Spiele, die völlig uninteressant sind." Ein anderes slowenisches Medium berichtete jedoch auch über eine weitere Aussage des Slowenen: "Andererseits können selbst kleine Länder teilnehmen und die Atmosphäre einer Weltmeisterschaft spüren, was eine große Sache ist."
Das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada findet erstmals mit 48 Teams statt. Die FIFA diskutiert derzeit eine erneute Erhöhung der Teilnehmerzahl auf 64 Mannschaften für die Jubiläums-WM 2030.