Undav und der VfB Stuttgart: Ihr Erfolg wird zum Problem
Nach 25 Pflichtspieltoren und drei WM-Treffern wird jede Schwächephase des Stürmers anders gewertet. Jürgen Klopp plant offenbar ohne ihn.
Letzte Saison traf er noch nach Belieben, war einer der Lichtblicke der WM, wurde beim VfB Stuttgart zum Kapitän befördert. Doch plötzlich ist bei Deniz Undav der Wurm drin. Noch kein Bundesligator, und Bundestrainer Jürgen Klopp plant offenbar ohne ihn. Und auch bei seinem Klub ist die Euphorie nach nur drei Punkten aus drei Spielen erst einmal verflogen. Beide bekommen gerade zu spüren, wie schnell mit dem Erfolg auch die Fallhöhe wächst.
„Du wirst natürlich ein bisschen schärfer beäugt“, sagt VfB-Reporter Daniel Haug (Die neue 107.8) im Fever Pit’ch Podcast. Das habe sich Undav mit seinen Leistungen allerdings auch selbst erarbeitet: 25 Pflichtspieltore für den VfB, drei WM-Tore, ein neuer, hochdotierter Vertrag, die Kapitänsbinde – das alles hat die Erwartungen an den Stürmer verändert. Was vor einem Jahr noch als normale Schwächephase durchgegangen wäre, wird bei Undav inzwischen anders gewertet. Dass Jürgen Klopp laut Sky-Infos für sein erstes Länderspielfenster ohne Undav plant, hält Haug mit Blick auf die ersten drei torlosen Bundesligaspiele sogar für „nachvollziehbar“. Undav sei „noch nicht so wirklich in dieser Saison angekommen“.
Dafür gibt es plausible Gründe: die kurze Regenerationszeit nach der WM, Probleme mit der Achillessehne – aber für Haug auch, „dass bei Undav schon im Kopf gerade ein bisschen was abgeht“. Er müsse jetzt jene Unbekümmertheit wiederfinden, mit der er seine eigene Fallhöhe erst geschaffen hat.
Beim VfB ist der Mechanismus ähnlich. Platz vier, Champions League, der erfolgreiche Kern gehalten und der Kader weiter verstärkt: Haug spricht von einem „Bundesliga-Top-4-Kader“, mit dem die erneute Champions-League-Qualifikation „fast schon Pflicht“ sei. Drei Punkte aus drei Spielen sehen unter diesen Voraussetzungen plötzlich ziemlich dürftig aus. Zumal der Start ein sportliches Problem offenlegt: fehlende Balance zwischen Abwehr und Angriff. Trainer Sebastian Hoeneß muss aus der gestiegenen Qualität jetzt auch eine bessere Mannschaft formen.
Genau daran wird der Trainer künftig gemessen. Hoeneß hat aus einem Abstiegskandidaten einen Champions-League-Klub gemacht. Nun muss er den VfB „nochmal aufs nächste Level“ bringen. Stuttgart kann sich nicht mehr damit begnügen, positiv zu überraschen. Mit diesem Kader ist die Champions League kein Bonus mehr, sondern ein realistischer Anspruch. Das Spiel gegen Dortmund am Samstag ist dafür ein erster Gradmesser. Und Undav? Der muss vor allem wieder das tun, was ihn überhaupt erst in diese Situation gebracht hat: treffen.
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Takeaways
- Deniz Undav hat nach 25 Pflichtspieltoren in der vergangenen Saison noch kein Bundesligator erzielt.
- Jürgen Klopp plant laut Sky-Infos für sein erstes Länderspielfenster ohne Undav.
- Daniel Haug nennt ein DFB-Aus für Undav derzeit „nachvollziehbar“.
- Als Gründe für Undavs Formtief nennt Haug die kurze Regeneration nach der WM, Probleme mit der Achillessehne und die mentale Belastung.
- Der VfB Stuttgart hat nach drei Spieltagen drei Punkte geholt.
- Haug spricht von einem „Bundesliga-Top-4-Kader“, mit dem die Champions-League-Qualifikation „fast schon Pflicht“ sei.
- Sebastian Hoeneß muss die fehlende Balance zwischen Abwehr und Angriff beheben, das Spiel gegen Dortmund am Samstag ist der erste Gradmesser.
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