"Tatort Jugendfußball": ZDF-Doku beleuchtet Missbrauch

In dem Film von Marie Bröckling und Jonas Hummels kommen diejenigen zu Wort, die Übergriffe erlebt haben. Auch werden Missstände aufgezeigt.

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Fußballexperte Jonas Hummels
Fußballexperte Jonas Hummels. Foto: picture-alliance/SVEN SIMON/SID/Frank Hoermann

Sexueller Missbrauch ist ein gesellschaftliches Thema, das auch vor dem Fußball nicht Halt macht. Mehr als zwei Millionen Kinder und Jugendliche spielen in Deutschland aktiv, viele träumen davon, Profi zu werden. Doch für manche Täter ist genau das die Gelegenheit für sexuelle Übergriffe.

Der frühere Fußballer und jetzige Journalist Jonas Hummels hat sich in einem Feld auf Spurensuche begeben, das von Schweigen geprägt ist. In der ZDF-Doku von Hummels und der Journalistin und Filmemacherin Marie Bröckling sprechen Betroffene offen über ihre Missbrauchserfahrungen – zu sehen ab diesem Mittwoch (9.00 Uhr) im Streamingportal des öffentlich-rechtlichen Senders und am Abend (22.45 Uhr) dann linear im ZDF.

Da geht es unter anderem um den Fußballtrainer aus dem Ruhrgebiet, der Kinder über Jahre misshandelte und demütigte. Erst als sich ein Betroffener an die Polizei wandte, kamen die Taten ans Licht. Ein Jugendtrainer eines Bundesligisten schmeichelte seinen Spielern, stellte ihnen den Profifußball in Aussicht und nutzte das Vertrauen für sexuelle Übergriffe.

Hummels stellt Fragen wie: Wie kommt es zum Missbrauch? Welche Strukturen ermöglichen die Taten? Wie können solche Fälle in Zukunft verhindert werden? Und er konfrontiert den Deutschen Fußball-Bund mit der Frage: Was muss sich ändern?

In einem Gespräch mit Web.de News forderte Hummels, der Verband müsse das Thema zur Chefsache erklären und "ein paar Millionen" investieren, um Missbrauch zu verhindern. "Wenn das nicht ganz oben aufgehängt wird, hat es nicht die Wichtigkeit", sagte er.

Zudem bemängelte er strukturelle Lücken. "Dass jemand, der übergriffig wurde, einfach zu einem anderen Verband wechseln kann und es kein Register gibt, dass Vereine sich teilweise nicht austauschen dürfen, das ist peinlich." Die Lage insgesamt sei "prekär. Es gibt ein großes Feld, eine große schwarze Fläche, auf der Missbrauch und Übergriffe stattfinden können."