Sané schon wieder Sorgenkind: "Ich mache mir keinen Stress"
Es ist wie so oft bei Turnieren: Sané müht sich, aber es kommt wenig dabei heraus.
Leroy Sané kam nur kurz, aber ganz entspannt zum Interview. Nicht mal eine Minute dauerte sein Statement nach dem deutschen 7:1 zum WM-Auftakt gegen Curacao, aber Sané brachte rüber, was er loswerden wollte: Er war trotz unglücklicher Szenen zufrieden.
13 Turnierspiele hat der Flügelstürmer von Galatasaray Istanbul nun im Nationaltrikot absolviert, ein Treffer ist ihm noch nicht gelungen - obwohl er am Sonntag wieder zwei beste Gelegenheiten dazu hatte. Er mache sich aber keinen Torstress, sagte er anschließend: "Wir haben viele Tore geschossen, darum ging es. Für mich geht es an erster Stelle darum, dass wir gewinnen." Sein Tor werde "hoffentlich bald" kommen.
Wahr ist aber auch, was Lothar Matthäus anmerkte: In einer Mannschaft, in der ansonsten ein Rädchen ins andere Griff, fiel Sané "ein bisschen" ab. Er hat schon wieder die altbekannte Diskussion an den Hacken, ob er überhaupt in diese Mannschaft gehört, in die er durch Verletzungen von Serge Gnabry und Lennart Karl aufgerückt ist.
Julian Nagelsmann könnte Sané gegen die Elfenbeinküste positionsgetreu durch Maximilian Beier oder Jamie Leweling ersetzen, er könnte auch Kai Havertz nach außen rotieren, aber das ist alles unwahrscheinlich. "Er hat sehr viel investiert, er war fleißig", lobte der Bundestrainer. "Er war viel dabei, offensiv wie defensiv."
Aber eben auch glücklos. "Er hatte eine Weltklasse-Annahme, spielt dann aber den Ball knapp am Tor vorbei", kritisierte Matthäus in seiner Analyse für die Bild-Zeitung. Das war in der 63. Minute, zuvor hatte er in einer anderen Szene den Ball nicht getroffen: "Solche Dinger muss er nutzen", betonte Matthäus. Von einem Spieler "mit seiner Klasse, seiner Qualität, seiner Erfahrung" sei mehr zu erwarten.