Sammer über Klopps Aussagen: "Das ist unnötig"

Der Europameister von 1996 geht aber davon aus, dass sich der neue Bundestrainer in Zukunft etwas zurückhält.

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Ex-Europameister Matthias Samme
Ex-Europameister Matthias Samme. Foto: AFP/SID/INA FASSBENDER

Nach Ansicht von Matthias Sammer sollte sich Bundestrainer Jürgen Klopp in seinem neuen Amt mit öffentlichen Aussagen über Vereine und Spieler etwas zurückhalten. "Das ist unnötig, weil es Diskussionen gibt, die wir aktuell nicht gebrauchen können. Er muss schnell lernen", sagte der Europameister von 1996 in der neuen Folge von "Sammer & Basile - der Hagedorn-Talk" bei Sky/RTL nach Klopps jüngsten Äußerungen zur Taktik des FC Bayern und der Rolle von Ballon-d'Or-Gewinner Harry Kane.

Sammer glaubt, dass Klopp die Wirkung seiner Worte in der Rolle des Bundestrainers "ein Stück weit unterschätzt" habe. Klopp sei "ein großer Trainer" und sei "immer ein großer Klubtrainer" gewesen. Doch jetzt ist "er Nationaltrainer. Wenn er vorher viel beäugt wurde, wird es jetzt nochmals mehr. Das wird er aber in meinen Augen schnell verstehen."

Klopp hatte am Rande des Champions-League-Spiels der Münchner gegen den FC Arsenal (2:2) über Kanes Rolle gesprochen. Der Mittelstürmer sei "überall" auf dem Platz: "Das finde ich mit Ball in Ordnung, aber gegen den Ball?" Da ist Kane mitunter am eigenen Strafraum zu finden - sehr zur Verwunderung des Bundestrainers: "Ich bin nicht der Papst des Fußballs, alle dürfen machen, was sie wollen. Aber abschließend dahinter gestiegen bin ich auch nicht."

Bayern-Coach Vincent Kompany äußerte sich nicht weiter zu Klopps Aussagen. "Für den Inhalt und für die Wichtigkeit der Zukunft des deutschen Fußballs ist das kontraproduktiv, wenn zwei große Trainer den Eindruck vermitteln, dass der eine den anderen vielleicht nicht versteht. Das ist nicht gut", sagte Sammer, ergänzte aber: "Jürgen wird das selber gut einschätzen können, was in Zukunft wirklich wichtig ist und was unwichtig ist."