Neuendorf über gläubigen Nmecha: "Intention positiv"
Der DFB-Präsident spricht über das christliche Bekenntnis des Nationalspielers. Von homophoben Postings habe sich dieser glaubhaft distanziert.
DFB-Präsident Bernd Neuendorf sieht im starken Glauben von Fußball-Nationalspieler Felix Nmecha nichts Verwerfliches. "Die Intention, die er damit verfolgt, ist positiv. Dass man über das Fußballspielen hinaus für ganz bestimmte Dinge steht, für Menschlichkeit und Respekt", sagte der Verbandschef bei RTL/ntv und betonte: "Das nehme ich ihm hundertprozentig ab. Er ist ein sehr sensibler Mensch und steht für christliche Werte."
Zu den Vorwürfen gegen Nmecha in Bezug auf transfeindliche und homophobe Postings in der Vergangenheit im Netz meinte Neuendorf: "Wir haben seinerzeit die Berichterstattung auch beim DFB verfolgt und seine Einlassungen dazu gehört. Er hat das zurechtgerückt, sich klar positioniert und von solchen Vorwürfen distanziert."
Hat sich Nmecha aus voller Überzeugung entschuldigt? "Ja, das würde ich schon so sagen", meinte Neuendorf: "So, wie ich ihn kenne oder erlebe, sehe ich das so."
Neuendorf versteht aber auch die Kritiker. "Ich glaube, das Bekenntnis zu Gott, das hier stattfindet, sein Glaube, den er verkörpert und - übrigens ja auch mit anderen Spielern - zum Ausdruck bringt, ist in einer säkularisierten Welt für einige Menschen vielleicht etwas ungewöhnlich", sagte er.
Nmecha hatte sich nach dem deutschen WM-Auftaktsieg gegen Curacao (7:1) mit seinem Mitspieler Jonathan Tah und gegnerischen Akteuren auf dem Platz zu einem "Bibelkreis" zusammengefunden. Die Gruppe habe zeigen wollen, sagte Nmecha, "dass wir Brüder in Christus sind und es im Leben mehr gibt als Fußball".
Dass sich der Dortmunder mitunter an der Grenze zum Missionarischen bewegt, hat ihm aber auch schon Ärger eingebracht: Nmecha ist ein Posterboy der "Ballers in God", der Vereinigung der evangelikalen Fußballer. Er teilte und likte im Netz Inhalte, die als homo- und transphob gewertet werden können.