Nach Fankritik: BVB verteidigt Nmecha und kündigt Gespräch an

Der Nationalspieler verhalte sich respektvoll, teilt der BVB auf SID-Anfrage mit. Die Geschäftsführung wird ein Gespräch mit dem Profi führen.

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Nmecha steht im Mittelpunkt der Debatte
Nmecha steht im Mittelpunkt der Debatte. Foto: AFP/SID/INA FASSBENDER

Borussia Dortmund hat den in die Kritik geratenen Nationalspieler Felix Nmecha verteidigt, will in der Debatte um dessen Kronenjubel aber ein Gespräch mit ihm führen. Für den BVB sei es "essentiell, Hinweise und Bedarfe aus der Fanszene ernst zu nehmen und ihnen nachzugehen", teilte der BVB auf SID-Anfrage mit: "Selbstverständlich nehmen wir auch die aktuelle Berichterstattung und die damit verbundenen Fragen und Diskussionen sehr ernst." Die Geschäftsführung, vermutlich Sportchef Lars Ricken, werde "diese zum Anlass nehmen, das Gespräch mit dem Spieler zu suchen".

Am Sonntagmorgen hatte die Fan- und Förderabteilung des BVB in einer umfangreichen Stellungnahme Kritik an Nmecha geübt. Nachdem der 26-Jährige gegen die SV Elversberg (2:1) am Samstag erneut mit einer Geste die Kampagne "The King's Return" unterstützt hatte, forderten die Fans eine klare Abgrenzung von evangelikalen Netzwerken. Hintergrund der Kritik ist der wiederkehrende Torjubel, bei dem Nmecha eine imaginäre Krone abnimmt und diese kniend vor sich auf den Rasen legt.

Der BVB betonte in seinem Statement an den SID, dass der Verein "die Religions- und Glaubensfreiheit jedes Einzelnen" respektiere. "Wir wissen um die Sensibilität religiös konnotierter Gesten und erwarten von allen Mitarbeitenden und Spielern, dass sie in ihrem Verhalten und Auftreten den gesetzlichen Vorgaben und den Grundwerten von Borussia Dortmund entsprechen. Dazu gehören Respekt, Vielfalt, Gleichberechtigung und die klare Ablehnung jeder Form von Diskriminierung", hieß es: "Felix Nmecha verhält sich seit seinem ersten Tag bei Borussia Dortmund respektvoll und gibt durch sein tagtägliches Handeln wie jeder andere unserer Spieler keinerlei Anlass, daran zu zweifeln."

Der Dialog mit den Fans sei "offen, auch mal kontrovers, aber vertrauensvoll". Die Fans wiederum hatten einen sensiblen Umgang mit dem Thema gefordert. Man dürfe es nicht als "bloß private Religionsausübung" abtun, wenn die Reichweite eines Profis "gezielt für Missionierung" eingesetzt werde.

"Wo religiöse Überzeugungen dazu benutzt werden, Menschen ihre Würde oder Gleichwertigkeit abzusprechen, endet für uns die Toleranz gegenüber Intoleranz", hieß es in der Stellungnahme der Fans. Der Grundwertekodex des BVB sei "der maßgebliche Bezugspunkt. Für seine konsequente Umsetzung setzen wir uns ein. Deshalb haben wir in den vergangenen Monaten mehrfach Gespräche zu diesem Thema geführt."