Musiala-Debatte: Matthäus kontert Klopp und Müller
Das Experten-Duo würde Undav gerne anstelle des Zauberfußes in der Startelf sehen - der Rekordnationalspieler widerspricht vehement.
Hilft er der deutschen Fußball-Nationalmannschaft auch "mit 70 Prozent", wie Bundestrainer Julian Nagelsmann kürzlich sagte? Oder sollte Zauberfuß Jamal Musiala zum WM-Auftakt am Sonntag (19.00 Uhr MESZ/ARD und MagentaTV) gegen Außenseiter Curacao nicht besser Platz machen für einen formstarken Spieler wie Deniz Undav? Der Münchner scheidet die Geister und entzweit die Experten.
Während sich Jürgen Klopp und Thomas Müller bei MagentaTV für die Undav-Variante stark machten, widerspricht RTL-Mann Lothar Matthäus in Bild vehement. Er habe sich "sehr gewundert" über Klopp und Müller, sagte der deutsche Rekordnationalspieler: "Ich akzeptiere ihre Meinung, möchte es aber so nicht stehen lassen. Da fehlt mir das Feingefühl."
Klopp, ergänzte Matthäus, "sollte es eigentlich wissen. Um eine erfolgreiche WM zu spielen, braucht Deutschland die Qualität eines Musiala. Darum muss man ihm nun Vertrauen und die Spielzeit geben."
Überhaupt sieht der 65-Jährige Klopps Expertenrolle kritisch. Seine Äußerungen machten Nagelsmann "die Arbeit nicht gerade leichter. Ich möchte mal sehen, was Kloppo gesagt hätte, wenn ein Experte ihm vor einem wichtigen Champions-League-Spiel geraten hätte, einen seiner Stammspieler auf die Bank zu setzen. Gerade unter Trainer-Kollegen kommt so eine Einmischung nicht gut an."
Müller hatte Undav am Donnerstag als "exzellente Option" bezeichnet und ergänzt: "Er hat einfach einen Riecher. Ich habe mich auf diese Undav-Idee eingeschossen." Klopp sekundierte: "Wir haben Undav ins Spiel gebracht, denn er kann auf der 10 spielen." Musiala sehen beide als Einwechselspieler.
Matthäus ärgert das. "Wir alle wissen, dass Musiala aktuell noch nicht in seiner Topform ist. Statt aber um seine Person Unruhe zu machen, sollte man ihn nun unterstützen. Stattdessen kommt nun so was."
Dass Müller über einen seiner früheren Mitspieler urteile, nannte er "etwas gewöhnungsbedürftig". Kritik gehöre zum Experten-Job, diese Diskussion aber komme zur Unzeit.