Mit acht Jahren Verspätung: Lopetegui vor WM-Premiere
Kurz vor dem Turnier 2018 verliert der Spanier seinen Posten als Nationaltrainer, nun feiert er mit Außenseiter Katar sein Debüt.
Natürlich kommen bei Julen Lopetegui die dunklen Gedanken wieder hoch. Die Erinnerungen an jenen verhängnisvollen Tag vor exakt acht Jahren. "2018 sind sehr unschöne Dinge passiert, aber es geht hier nicht um Rache", beteuert der spanische Trainer Katars vor dem sehnlichst erwarteten WM-Auftakt am Samstag (21.00 Uhr/ZDF und MagentaTV) gegen die Schweiz.
Der Weg bis zu Lopeteguis WM-Premiere als Coach war ein langer. Und das Schicksal will es so, dass es nun passiert - auf den Tag genau acht Jahre nach seiner entwürdigenden Entlassung beim spanischen Verband unmittelbar vor dem Start der WM in Russland. Er habe keine Rechnung offen, sagte der heute 59-Jährige im Interview mit der As, weil ihm der Fußball "viel mehr gegeben als genommen" habe.
Viele Beobachter werden sich erinnern: Es war der 13. Juni 2018, als die Spanier Lopetegui seinerzeit begleitet von reichlich Getöse unehrenhaft entließen. 22 Tage nach dessen Vertragsverlängerung und zwei Tage vor dem WM-Auftaktspiel gegen Portugal. Weil tags zuvor verkündet worden war, dass Lopetegui nach der Weltmeisterschaft mittels einer Ausstiegsklausel zu Real Madrid wechseln werde, machte der Verband kurzen Prozess.
Nun also das WM-Debüt im zweiten Anlauf. Im Mai 2025 hatte Lopetegui die Mannschaft Katars übernommen und sie zur ersten regulären Qualifikation geführt. Nun will der Wüstenstaat Geschichte schreiben, denn der erste WM-Erfolg steht noch aus: Bei der Heim-WM vor vier Jahren verlor Katar - als Gastgeber direkt qualifiziert - alle drei Gruppenspiele.
"Wir freuen uns riesig, uns zum ersten Mal in der Geschichte Katars für die Weltmeisterschaft qualifiziert zu haben", sagt Lopetegui: "Gleichzeitig sind wir hochmotiviert und wollen während des Turniers so konkurrenzfähig wie möglich sein."