Miamis OK-Chef: Keine ICE-Agenten in den WM-Stadien
Laut WM-Organisator Rodney Barreto sollen ICE-Agenten den Stadien fernbleiben. Eine Zusage dazu soll von US-Außenminister Marco Rubio stammen.
Die Diskussion um die Rolle der umstrittenen US-Einwanderungsbehörde ICE im Umfeld der Fußball-WM reißt auch knapp einen Monat vor Turnierbeginn nicht ab. Laut des WM-Organisationskomitees in Miami sollen ICE-Agenten in diesem Sommer nicht in den Stadien präsent sein. In einem Interview mit The Athletic gab der Co-Vorsitzende Rodney Barreto an, eine entsprechende Zusage von US-Außenminister Marco Rubio erhalten zu haben.
"Viele Leute reden darüber, dass die Einwanderungsbehörde ICE im Stadion sein wird. Ich habe mit Marco Rubio gesprochen. ICE wird nicht im Stadion sein", sagte Barreto: "Das wird keine Aktion nach dem Motto 'Alle zusammen treiben'. Das ist nicht Sinn der Sache."
ICE-Direktor Todd Lyons hatte im Februar erklärt, dass seine Behörde während des Turniers eine Schlüsselrolle für die Sicherheit spielen werde. In der Öffentlichkeit wachsen seitdem Bedenken, dass ICE auch rund um die WM-Spiele aktiv werden könnte. Laut The Athletic soll die Führung des Weltverbandes kürzlich erörtert haben, ob FIFA-Chef Gianni Infantino seinen Draht zu US-Präsident Donald Trump nutzen könnte, um um ein Aussetzen der ICE-Einsätze im WM-Umfeld zu bitten. Ob der Schweizer dies getan hat, ist offen.
Der WM-Chef der Trump-Administration setzte am Freitag auf Beruhigung - mit Einschränkungen. "Jeder, der legal hierher gekommen ist oder sich legal hier aufhält, hat nichts zu befürchten, sei es während der Weltmeisterschaft oder zu einem anderen Zeitpunkt", sagte Andrew Giuliani der Financial Times: "Die USA wollen, dass die Menschen legal hierherkommen und diese WM genießen können." Er betonte, Bedenken hinsichtlich der Durchsetzung der US-Einwanderungsbestimmungen hielten Fans nicht von einer Reise in die USA ab.
Mehr als 120 zivilgesellschaftliche Gruppen hatten Fans, Spieler, Journalisten sowie andere Reisende zuletzt vor möglichen "ernsthaften Menschenrechtsverletzungen" und anderen Risiken bei einem Besuch der WM in den USA gewarnt - darunter eine willkürliche Einreiseverweigerung und das Risiko von Verhaftung, Inhaftierung oder Abschiebung. Aufgrund der Sorge vor ICE-Razzien im WM-Umfeld reichte eine Gewerkschaft aus Los Angeles laut The Athletic eine formelle Beschwerde gegen die FIFA und weitere Organisationen bei der unabhängigen US-Bundesbehörde National Labor Relations Board (NLRB) ein.