Messi sammelt Klubs, während er noch in Miami kickt

Der Argentinier baut in Spanien ein Portfolio auf, ehe er die Schuhe auszieht. Was hat ein Zweitligist von einem Eigentümer, der woanders spielt?

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CHICAGO, IL - SEPTEMBER 09: Lionel Messi 10 of Inter Miami CF shoots the ball during the first half of a match against Chicago Fire FC on September 9, 2026 at Soldier Field in Chicago, Illin
Foto: IMAGO/Icon Sportswire

CD Eldense, Zweite Liga in Spanien, ein Klub aus der Nähe von Alicante. Bis vor Kurzem sagte dieser Name den meisten Fußballfans in Europa nichts. Jetzt steht er in den Meldungen der Nachrichtenagenturen weltweit, und der Grund heißt Lionel Messi. Der 39-Jährige wird laut Mitteilung des Vereins Mehrheitsaktionär – noch fehlen letzte rechtliche und vertragliche Schritte und eine Genehmigung durch den spanischen Sportrat CSD.

Das ist kein sportliches Comeback in Spanien, das ist ein Geschäftsplan. Messi spielt zurzeit noch bei Inter Miami in der MLS, in der Nationalmannschaft Argentiniens hat er aufgehört. Und während er auf dem Rasen von Florida seine letzten Jahre spielt, baut er sich abseits davon längst das nächste Leben – als Eigentümer, nicht als Spieler.

Denn Eldense ist ja schon der zweite Baustein. Im April kaufte er sich beim Viertligisten Cornella ein, jetzt kommt der Zweitligist dazu. Zwei Klubs in einem Land, in dem Messi nie für Eldense und nie für Cornella gekickt hat, sondern jahrelang für den FC Barcelona. Das ist die Währung, in der hier bezahlt wird: nicht das, was er auf diesen Plätzen leisten wird, sondern das, was sein Name aus der Vergangenheit noch wert ist.

Ein prominenter Eigentümer bringt einem kleinen Klub Reichweite und Kapital – Aufmerksamkeit, die Eldense mit eigener Kraft in hundert Jahren nicht bekäme. Der Name Messi zieht Sponsoren an, Fernsehen, Fans, die vorher nicht wussten, dass es diesen Verein gibt. Für einen Zweitligisten aus der spanischen Provinz ist das ein Sprung, den kein Sieg auf dem Feld hergibt.

Nur: Mit welcher Summe Messi einsteigt, wurde nicht bekannt. Und genau da beginnt das Problem für Eldense. Wer nicht weiß, was der neue Herr zahlt, weiß auch nicht, ob er investieren oder nur profitieren will. Ein Eigentümer, der andernorts spielt und dessen Kapitaleinsatz niemand kennt, ist für einen Klub ein Versprechen ohne Zahl.

Messi ist damit nicht allein. Vor einigen Wochen kauften sich Thomas Müller, Mats Hummels, Yann Sommer und Lucas Hernández als Investorengruppe beim portugiesischen Erstligisten CF Estrela Amadora ein – 90 Prozent der Anteile für angeblich rund 40 Millionen Euro. Die Weltmeister und Champions-League-Sieger von einst entdecken denselben Markt: kleine Klubs in kleinen Ländern, die einen großen Namen brauchen und dafür ihre Mehrheit abgeben.

Der Unterschied zu Estrela Amadora ist, dass dort wenigstens eine Zahl auf dem Tisch liegt. Bei Eldense wissen die Fans nur, wer bald das Sagen hat, nicht was er dafür einbringt. Ein Klub verkauft seine Mehrheit an einen Mann, der ihn aus dem Marketing kennt, nicht aus der Kabine.

So wird aus Barca-Nostalgie ein Geschäftsmodell. Der Name aus Camp-Nou-Zeiten kauft in der zweiten und vierten Liga Spaniens ein, was der Spieler Messi diesen Vereinen nie geben wird – seine Präsenz auf dem Platz. Eldense bekommt einen Eigentümer, der woanders kickt, und einen Ruhm, der aus einer anderen Stadt und einer anderen Zeit stammt. Das ist der Deal: Messi vergrößert sein Portfolio, und die Klubs zahlen mit ihrer Selbstständigkeit.