ManUnited in der Krise: Martínez schießt gegen Klubführung

Der Argentinier geht den Sportdirektor direkt an. Trainer Michael Carrick nimmt er in Schutz.

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Lisandro Martínez teilt aus
Lisandro Martínez teilt aus. Foto: AFP/SID/OSCAR DEL POZO

Die Krise bei Manchester United verschärft sich immer weiter, die Nerven liegen blank. Nach der verdienten 0:2-Niederlage bei Atlético Madrid am zweiten Spieltag der Ligaphase der Champions League platzte Innenverteidiger Lisandro Martínez der Kragen, in einem Interview schoss der argentinische Vizeweltmeister gegen die Klubführung.

"Es war wirklich schlecht", sagte Martínez nach dem fünften Spiel ohne Sieg bei Prime Video: "Ich muss mich sehr zusammenreißen, aber manchmal spiegelt das genau wider, wie es um unseren Verein derzeit steht." Er erwarte mehr Investitionen. "Zu 100 Prozent. Ich erwarte mehr von unserem Sportdirektor. Ich muss ehrlich sein: Als Spieler müssen wir mehr tun, aber es ist auch wichtig, einen starken Kader aufzubauen, um für solche Abende gerüstet zu sein", polterte der Abwehrmann.

Sportdirektor Jason Wilcox hatte im vergangenen Sommer über 170 Millionen in die Mannschaft investiert, allerdings hauptsächlich ins Mittelfeld und nicht in die Problemzonen im Angriff und auf der linken Abwehrseite.

"Wir haben letztes Jahr eine fantastische Saison gespielt, jetzt erwarten wir mehr von der Klubspitze, mehr Spieler, um konkurrenzfähig zu bleiben. Denn viele andere Mannschaften holen ebenfalls viele Spieler", sagte Martínez.

Teammanager Michael Carrick nahm Martínez in Schutz. Der langjährige United-Profi hatte die Red Devils in der vergangenen Saison als Interimstrainer zurück in die Königsklasse geführt, als Lohn erhielt Carrick einen Vertrag bis 2028. In der neuen Spielzeit gelangen dem Rekordmeister bisher nur zwei Siege gegen Premier-League-Aufsteiger Ipswich Town (5:2) und dem aserbaidschanischen Außenseiter Sabah FK (4:0).

"Du kannst nicht immer nur den Trainer wechseln, Trainer wechseln, Trainer wechseln", sagte Martínez und fragte: "Was ist mit anderen Bereichen? Mehr kann ich nicht sagen." Carrick selbst äußerte sich nicht zu dem Interview: "Ich habe es nicht gesehen, deshalb kann ich dazu wirklich nichts sagen."

United-Ikone Wayne Rooney kritisierte den Rundumschlag. "Das wird die Mannschaft komplett auseinanderreißen", vermutete Rooney in seiner Rolle als TV-Experte.