Iraola stärkt Wirtz den Rücken: "Kein Spieler für 15 Tore"
Liverpools Teammanager stellt sich demonstrativ hinter den Deutschen. Wirtz soll das Spiel der Reds lenken, nicht die Torjägerliste anführen.
Liverpools Teammanager Andoni Iraola hat Fußball-Nationalspieler Florian Wirtz gegen Kritik verteidigt und vor überzogenen Erwartungen an dessen Torausbeute gewarnt. "Er ist kein Zehner oder zweiter Stürmer, der in dieser Saison 15 Tore schießen wird", sagte der Spanier über den 23-Jährigen: "Wenn er das schafft, umso besser. Aber er ist ein Spieler, der uns viel Kontrolle über die Spiele gibt und sehr selbstbewusst am Ball ist."
Wirtz hatte zuletzt mit starken Auftritten auf sich aufmerksam gemacht und die harsche Kritik auf der Insel an seiner Person vorerst verstummen lassen. Nach zuvor zwei Torvorlagen erzielte der frühere Leverkusener am Dienstag beim 4:3 gegen den FC Villarreal in der Champions League seinen ersten Saisontreffer. "Ich bin begeistert von Florian", sagte Iraola: "Er hat drei sehr gute Spiele hinter sich. Ich vertraue darauf, dass dies der Beginn seiner Rückkehr zu alter Stärke ist."
Dennoch befinde sich Wirtz auch mehr als ein Jahr nach seinem Wechsel für etwa 125 Millionen Euro von Bayer Leverkusen nach England noch in der Anpassungsphase. "In der Premier League muss er sich an die Zweikämpfe gewöhnen. Hier sind sie wirklich schwer zu gewinnen", sagte Iraola. In der Champions League fühle sich der Offensivspieler vermutlich wohler. An dessen Talent und Einstellung habe er jedoch "keinerlei Zweifel".
Zudem werde Wirtz, der auf 21 Torbeteiligungen in 59 Spielen für Liverpool kommt, aufgrund seiner Körpersprache häufig falsch eingeschätzt. "Er wirkt vielleicht etwas kühl, und das tut ihm keinen Gefallen, weil man denkt, er sei nicht richtig dabei", sagte Iraola: "Aber jetzt, wo ich ihn besser kenne, weiß ich: Er liebt Fußball, es ist ihm wichtig, er ist voll dabei."