Hitze bei der WM: Von Hirschhausen kritisiert FIFA-Grenzwerte
"Die Ärzteschaft und die Spielergewerkschaft sagen, dass bei einer gefühlten Temperatur von 35 Grad Schluss sein muss", sagt der Arzt und Moderator.
Mediziner Eckart von Hirschhausen hat vor den Auswirkungen der Hitze bei der WM gewarnt und die Grenzwerte des Fußball-Weltverbandes kritisiert. "Die FIFA sagt, man könne bis Hitzeschutz-Index 32 spielen. Das ist eine gefühlte Temperatur von 45 Grad. Die Ärzteschaft und die Spielergewerkschaft sagen, dass bei einer gefühlten Temperatur von 35 Grad Schluss sein muss", erklärte der Arzt und Moderator im Breakfast Club von MagentaTV.
Die Auswirkungen extremer Hitze auf die Leistungsfähigkeit seien enorm. "Studien zeigen: Schon ab 28 Grad sinkt die Leistungsfähigkeit. Nicht nur im Körperlichen - beim Rennen und im Muskel - sondern etwa auch die Passgenauigkeit", so von Hirschhausen, "unser Hirn ist der empfindlichste Körperteil für Hitze. Dass wir durchdrehen, wenn 40, 45 Grad auf unser Hirn brutzeln, ist ja klar." Es gebe sogar "Statistiken, dass man auch mehr Hassmails bei Hitze schreibt. Man dreht durch."
Es gebe Maßnahmen zur Abhilfe, etwa spezielle Westen, "damit die Spieler möglichst kühl aufs Spielfeld kommen. Aber wenn du rennst und Wärme erzeugst, dann wirst du die nicht los", meinte von Hirschhausen. Für Fans, die anstehen müssen, seien Hitzeschutzkappen geeignet. "Das sieht ein bisschen aus wie ein Zaubertrick: Ich kippe da Wasser rein und wenn man ein bisschen wartet, wird eine Menge davon aufgesogen. Da ist ein Gel drin. Man kann die aufsetzen, dann kühlt es durch die Verdunstung."
Grundsätzlich finde in den USA, Mexiko und Kanada "mit Abstand die klimaschädlichste WM, die es jemals gegeben hat", statt. "14 von 16 Stadien sind hitzegefährdet."