Hass im Netz: Star wird bei WM über 10.000 Mal beleidigt
Beim Turnier in Amerika werden über 240.000 diffamierende Botschaften gemeldet, knapp 800 landen bei den Strafverfolgungsbehörden.
Die Anzahl der Hass-Kommentare im Internet ist während der Fußball-Weltmeisterschaft in Amerika geradezu explodiert. Alleine 812 von 1606 Spielern und Verantwortlichen waren laut Weltverband FIFA beim XXL-Turnier in sozialen Medien diffamiert worden. Der Social Media Protection Service (SMPS) meldete insgesamt 240.676 Hass-Botschaften, 786 wurden an Strafverfolgungsbehörden übergeben. Über 10.000-mal wurde alleine ein nicht genannter WM-Star beleidigt, 40 Prozent der Kommentare waren rassistisch.
Die FIFA veröffentlichte die Zahlen anlässlich des internationalen Aktionstags für seelische Gesundheit am Samstag. Der Verband wolle "noch einmal sein Engagement bekräftigen, die Fußballgemeinschaft vor Hass im Internet zu schützen - und zwar durch optimierte Technologien, die nicht nur manuell erstellte Inhalte, sondern auch KI-generierte Bilder bekämpfen", sagte FIFA-Präsident Gianni Infantino. Man müsse "dieses schändliche Verhalten bekämpfen, das Elend anrichtet und das emotionale Wohlbefinden beeinträchtigt".
Insgesamt waren bei der WM durch das SMPS-Tool 60,7 Millionen Nutzerkommentare auf den offiziellen FIFA-Kanälen gescannt worden. 9,2 Millionen davon wurden nach der Überprüfung ausgeblendet, jeder fünfte beleidigende Kommentar als rassistisch eingestuft. Bei der WM 2022 in Katar waren "nur" 470.000 beleidigende oder einschüchternde Kommentare gelöscht worden, das Turnier hatte allerdings 40 Spiele weniger und war kürzer. Die Zahl der von der FIFA gemeldeten Beiträge stieg 2026 um mehr als das Zehnfache.