Hainer zu FIFA: "Grober Verstoß gegen Corporate Governance"

Der Präsident des FC Bayern glaubt, dass die Investorenpläne Konsequenzen nach sich ziehen werden.

Teilen
Gianni Infantino (li.) und Herbert Hainer (re.)
Gianni Infantino (li.) und Herbert Hainer (re.). Foto: AFP/SID/MICHAELA STACHE

Herbert Hainer hat das jüngste Vorgehen der FIFA und ihres Präsidenten Gianni Infantino angeprangert. Die umstrittenen und nach heftigsten Protesten gescheiterten Investorenpläne seien "ein grober Verstoß gegen Corporate Governance", also Leitplanken in Bezug auf Transparenz, Kontrolle und Verantwortung, gewesen, sagte der Präsident des FC Bayern in Südkorea. "Ich bin der Überzeugung, dass es jetzt starke Bestrebungen gibt, das detailliert aufzuarbeiten und dann auch die nötigen Konsequenzen daraus zu ziehen, dass eben solche Dinge nicht mehr passieren und dass man in der Zukunft einen deutlich demokratischeren Prozess hat", sagte Hainer.

Zwar gehöre Kommerzialisierung "auf der einen Seite auch zum Sport dazu, aber sie muss auch bestimmte Grenzen haben. Wenn Fremdinvestoren dann mitbestimmen wollen, dann ist eben die Gefahr sehr groß, dass Grundbedürfnisse und Grundstrukturen des Fußballs angegriffen werden - und das kann auf keinen Fall sein. Der Fußball, der gehört uns allen, der gehört den Fans und dafür sind wir auch da, um das zu bewahren."

Infantino hatte zuvor sein Vorhaben, Anteile an Turnieren des Weltverbandes an private Investoren zu verkaufen, nach massiver Kritik aufgegeben. Die UEFA forderte nach dem "schäbigen und undurchsichtigen Deal" einen Kulturwechsel, auch DFB-Präsident Bernd Neuendorf wünscht sich eine "lückenlose Aufklärung".

Ob aus diesen auch ein Ende der Amtszeit Infantinos resultieren könne, "das entscheiden die Mitgliedsländer, aber Fakt ist, dass sehr viel Druck da ist, um das Ganze aufzuklären", sagte Hainer: "Und dann wird man sicherlich auch die nötigen Konsequenzen ziehen, wie immer die auch aussehen. Aber die wird es mit Sicherheit geben."

Der Fußball-Weltverband FIFA hatte nach massiver Kritik seine Investorenpläne aufgegeben. Dies teilte Präsident Gianni Infantino in der Nacht zu Samstag in einem Statement mit. Geplant war die Gründung der FIFA Forward Enterprise (FFE), einer Tochtergesellschaft, die alle kommerziellen Aktivitäten und Turnierorganisationen bündeln sollte. Damit hätten auch Anteile an der Fußball-WM an Investoren verkauft werden können.