Haaland trifft: Leipzig verliert gegen City
Die Sachsen kassieren im vierten Champions-League-Spiel die dritte Niederlage.
Toll gekämpft, Erling Haaland lange kaltgestellt - und letztlich jubelt doch die norwegische Tormaschine: RB Leipzig gerät im Ringen um das Weiterkommen in der Champions League immer stärker ins Hintertreffen. Gegen Haaland und das Star-Ensemble von Manchester City unterlagen die Sachsen am Mittwoch mit 2:3 (0:1). Nach drei Pleiten aus vier Spielen steht Leipzig im Rennen um die Playoffs schon enorm unter Druck.
"Das ist extrem bitter. Wir haben über weite Strecken ein gutes Spiel gemacht und alles reingelegt", sagte Christoph Baumgartner am DAZN-Mikrofon: "Hier zu Hause musst du solche Spiele cleverer zu Ende bringen und mindestens einen Punkt mitnehmen. Drei Punkte aus vier Spielen ist nicht die Ausbeute, die wir uns vorgestellt haben."
Ein Eigentor von RB-Verteidiger Castello Lukeba (37.) sowie Treffer von Enzo Fernandez (58.) und Haaland (78.) sorgten für die erste Pleite nach zuvor fünf Siegen aus fünf Heimpflichtspielen in der laufenden Saison. Für das Team von Trainer Martín Demichelis waren Ridle Baku (49.) und Antonio Nusa (61.) erfolgreich. Beim nächsten Auftritt in der Ligaphase der Königsklasse am 24. November (21.00 Uhr) ist gegen den RC Lens nun ein Sieg Pflicht.
Vor dem Spiel hatte vor allem eine Frage Leipzig beschäftigt: Wie lässt sich die Urgewalt Haaland aufhalten, die RB bereits 2023 beim 0:7 per Fünferpack aus der Champions League geschossen hatte? Nun, laut Demichelis gebe es "kein Rezept" gegen den 26-Jährigen, jener sei "einfach ein super Stürmer". Wobei eine Sache dem früheren Weltklasse-Verteidiger doch einfiel: "Es ist wichtig, dass er so wenig Zeit wie möglich in unserem Sechzehner spielt."
Und dies gelang im ersten Durchgang zunächst sogar ziemlich gut. Zwar ließ City zu Beginn den Ball viel zirkulieren, die RB-Abwehr bot den Gästen vorerst jedoch kaum Lücken. Ein Versuch von Rayan Cherki (8.) ging recht klar vorbei. Nachdem sich die Leipziger zu Beginn abwartend gaben, näherten sie sich nach einer Viertelstunde erstmals dem Tor an. Antonio Nusa zog aus rund 16 Metern ab, der stramme Schuss rutschte City-Torwart Gianluigi Donnarumma durch die Hände, landete aber letztlich auf dem Netz.
In dieser Phase hielt RB bestens mit, ging giftig in die Zweikämpfe und agierte mutig nach vorne, während Haaland völlig abgemeldet war. Stattdessen erspielten sich die Gastgeber weitere gute Chancen. Baumgartner (30.), der nach langer Verletzungspause sein Startelf-Comeback gab, zielte mit dem nächsten Distanzschuss nur knapp daneben. Entsprechend unglücklich war dann der Rückstand. Bei einem Klärungsversuch nach scharfer Flanke von Nico O'Reilly drückte Lukeba den Ball über die eigene Linie.
Nach der Pause kamen die Leipziger mit unglaublich viel Feuer aus der Kabine. Gleich zweimal prüften Nusa (46.) und Baumgartner (47.) Italiens Nationalkeeper Donnarumma, ehe jener beim Ausgleich von Baku ganz schwach aussah. Mit toller Übersicht überraschte der Rechtsverteidiger den Schlussmann aus spitzem Winkel, nachdem Donnarumma die kurze Ecke offengelassen hatte. Danach wurde es wild.
Erst köpfte der argentinische Vize-Weltmeister Fernández eine Flanke von Iliman Ndiaye ein. Nur drei Minuten später setzte Christopher Nkunku, zuvor eingewechselt, Nusa mit einem wunderschönen Heber in Szene. Der Dribbelkünstler, der im Sommer gemeinsam mit Haaland ins WM-Viertelfinale gestürmt war, vollstreckte eiskalt. Aus dem Nichts tauchte dann Haaland auf und grätschte eine flache Hereingabe von Elliot Anderson ins Tor.