Gladbach 2026: Diesmal hilft der Blick zurück nicht
Fünf Spiele, fünf Niederlagen, Derbypleite in Köln: Unter Trainer Alexander Blessin geht es für die Borussia nur noch um den Klassenerhalt.
Von Felix Stollenwerk
Auf der Suche nach Zuversicht bleibt Fans von Borussia Mönchengladbach momentan wohl nur der Blick in die Vergangenheit. Schon einmal startete ihr Klub so desolat wie in dieser Saison in die Fußball-Bundesliga. Auch 2015/16 gab es aus fünf Spielen fünf Niederlagen, ebenfalls mit einer Derbypleite beim Erzrivalen 1. FC Köln, die das Ende der Ära unter Lucien Favre bedeutete. Am Ende qualifizierte sich Gladbach dennoch für die Champions League.
Nur: 2026 sieht die Realität anders aus. Hinter dem Verein steht weder eine erfolgreiche Vorsaison (2014/15 wurde Gladbach Dritter) noch eine stringente, positive Entwicklung. Stattdessen geht es seit Jahren konsequent bergab - personelle Fehlbesetzungen auf und neben dem Platz inklusive.
Die Hoffnungen ruhen nun auf Alexander Blessin. Der neue Trainer plante für das Rheinderby in Köln eine „Initialzündung“. Schließlich könne man mit einem Spiel sehr viel wiedergutmachen. Der Plan schlug fehl, Blessin aber bewies dennoch Mut.
Dem Zorn der Gladbacher Fans, von denen Teile in Köln schon mit gewalttätigen Auseinandersetzungen für Entsetzen gesorgt hatten, ergab sich Blessin nicht ohnmächtig. Er diskutierte symbolkräftig mit den wütenden Gestalten unter Sturmhauben.
Die gewünschte Geschlossenheit erreichte er damit vorerst. Doch sie ist trügerisch. Gegen den Tabellen-17. TSG Hoffenheim kommt es für Gladbach im nächsten Spiel zu einem Krisengipfel mit Explosionsgefahr.
Bis dahin wartet viel Arbeit auf Blessin. Der Wille stimmt, positiv und neu war in Köln auch, dass sich die Borussia von den FC-Treffern nicht verunsichern ließ. Die anfällige Defensive (18 Gegentore), haarsträubende Fehlpässe im Aufbauspiel, eine fehlende Führungsachse und die angespannte Personalsituation bleiben aber große Baustellen.
Der Blick in die Vergangenheit hilft also nur bedingt. In diesem Jahr geht es für Gladbach einzig und allein um den Klassenerhalt. Mal wieder.