Gericht besiegelt Aus für Brescia
Der italienische Traditionsklub geht nach 114 Jahren insolvent. Die Schulden belaufen sich auf 20 Millionen Euro.
Nach 114 Jahren ist das Aus für den italienischen Traditionsverein Brescia Calcio besiegelt. Ein Gericht erklärte den Club am Dienstag für insolvent. Mit der Entscheidung endet eine monatelange Krise des 1911 gegründeten Vereins, bei dem unter anderem Roberto Baggio, Pep Guardiola, Andrea Pirlo und Luca Toni spielten.
Die wirtschaftlichen Probleme hatten sich in den vergangenen eineinhalb Jahren zugespitzt. Auslöser waren nach Behördenangaben ausstehende Gehalts- und Sozialversicherungszahlungen, die mit Steuergutschriften beglichen werden sollten. Diese wurden später als ungültig eingestuft. Nach Ermittlungen der Finanzkontrollbehörde erhielt Brescia einen Abzug von acht Punkten, wodurch der Klub aus der Serie B abstieg und UC Sampdoria die Klasse hielt.
Klubbesitzer Massimo Cellino verzichtete anschließend auf die Anmeldung für die Serie C und erfüllte die finanziellen Auflagen nicht. Daraufhin entzog der Verband dem Verein die Profilizenz. Wegen Schulden von rund 20 Millionen Euro beantragte die Staatsanwaltschaft die Insolvenz. Nun übernimmt ein Insolvenzverwalter die Abwicklung des Vereinsvermögens. Mit Union Brescia gibt es bereits eine Profimannschaft, die den Aufstieg in die Serie B anstrebt. Die Zukunft von Brescia Calcio hängt vom weiteren Verlauf des Verfahrens ab.