Fußball-WM: Menschenrechtler fürchten "Ausgrenzung und Angst"

Human Rights Watch warnt vor "zunehmendem Autoritarismus" in den USA und nimmt die FIFA in die Pflicht.

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Fußball-WM: Menschenrechtler fürchten "Ausgrenzung und Angst"
Foto: © AFP/SID/EMMA DA SILVA

Weniger als zwei Monate vor Beginn der Fußball-WM (11. Juni bis 19. Juli) schlägt Human Rights Watch besonders wegen der Zustände im Mitausrichterland USA Alarm. Die Menschenrechtsorganisation warnte bei der Vorstellung eines WM-Leitfadens in Berlin eindringlich vor "Ausgrenzung und Angst" während des Turniers im größten Land des Gastgeber-Trios. Den Weltverband FIFA forderte HRW zu Schutzmaßnahmen für alle Personenkreise, die von übergriffigen Handlungen der Administration von US-Präsident Donald Trump betroffen wären, auf.

"Die WM droht zu einem Sportswashing-Fest für die Trump-Regierung zu werden", sagte Direktorin Minky Worden aus der HRW-Abteilung für globale Initiativen: "Die FIFA muss wirksamere Schritte unternehmen, um Sportler, Fans und Arbeiter vor den missbräuchlichen Politiken der US-Regierung zu schützen." FIFA-Boss Gianni Infantino steht seit Monaten wegen seiner Nähe zu Trump international in der Kritik.

Die WM, die auch von den US-Nachbarn Mexiko und Kanada ausgerichtet wird, schrieb HRW in dem Medien-Briefing zudem, laufe Gefahr, "zu einer Plattform für missbräuchliche Politiken zu werden, die sich gegen Einwanderer und Besucher richten und Rassismus, Ausgrenzung, Angst und Diskriminierung zur Schau stellen". Zugleich wies die Nichtregierungsorganisation auf ihre Beobachtungen von "zunehmendem Autoritarismus und Rückschritten bei den Menschenrechten in den Vereinigten Staaten" hin.

HRW untermauerte seine Warnungen mit offiziellen Zahlen von US-Behörden zu den Einsätzen der inzwischen berüchtigten Einwanderungsbehörde ICE. Demnach wurden in den 15 Monaten von Januar 2025 bis zum März dieses Jahres in den elf WM-Städten der USA und deren Umkreisen mindestens 167.000 Menschen festgenommen. Bei der WM-Endrunde müssen außerdem voraussichtlich die Mannschaft von Deutschlands Vorrundengegner Elfenbeinküste sowie die Teams der weiteren WM-Teilnehmer Iran, Haiti und Senegal auf Unterstützung heimischer Fans verzichten, da für Personen aus ihren Ländern in den USA Einreiseverbote gelten.