Frankreichs Weltklasse zeigt Klopp, was der DFB-Elf fehlt
Der Talentepool beim Nachbarn ist riesig. Die deutsche Auswahl reicht da bei aller Schwärmerei des Bundestrainers nicht heran.
Von Marco Mader
Es war eine triste Angelegenheit zum Abschluss der ersten Nations-League-Phase. Die Nationalmannschaft tat sich schwer, gerade in der Offensive, wo der Stürmer Nummer eins fehlte. Doch dann wechselte der neue Cheftrainer halt einen einstigen Champions-League-Finalhelden, den Topscorer von Manchester City und den nach Meinung nicht weniger Experten aktuell besten Fußballer der Welt ein.
Am Ende stand ein souveränes 4:1 für Frankreich gegen Belgien, auch ohne Kylian Mbappé. Die Joker Désiré Doué, Rayan Cherki und Michael Olise trafen allesamt, Letztgenannter sogar doppelt. Der kleine Ausflug ins Stade de France am Montagabend zeigt, wie riesig der Talentepool beim Nachbarn ist, dem wohlgemerkt "nur" Vierten der jüngsten WM. Die deutsche Auswahl reicht da bei aller Schwärmerei von Jürgen "Happy" Klopp nicht heran.
Die vier Spiele unter dem neuen Bundestrainer brachten viele hilfreiche Erkenntnisse für den Wiederaufbau der DFB-Elf, darunter eine altbekannte: Vorne drückt der Schuh. Und selbst wenn Klopp im November weitere junge Wilde wie Nicolò Tresoldi, Dzenan Pejcinovic oder Paris Brunner dazuholen wird - von der französischen Weltklasse sind diese Jungstars noch ein gutes Stück entfernt.
Und so bleibt Klopp, der Bessermacher, der größte Hoffnungsträger. Zusammen mit dem neuen DFB-Geschäftsführer Per Mertesacker, U21-Coach Antonio Di Salvo und Nachwuchschef Hannes Wolf muss er die fraglos vorhandenen Talente auf die nächste und übernächste Stufe führen. Damit triste Abende in der Nations League nicht zur Regel werden.