Elversberg legt Protest gegen Wagner-Sperre ein
Der Platzverweis für den Trainer sorgt für reichlich Diskussionen. Die Saarländer gehen nun dagegen vor.
Fußball-Bundesligist SV Elversberg hat fristgerecht Einspruch gegen die Sperre von Trainer Vincent Wagner eingelegt. Dies bestätigte eine Vereinssprecherin auf SID-Anfrage, nach dem zuvor bereits der Saarländische Rundfunk und die Saarbrücker Zeitung berichtet hatten. Der Coach des Überraschungsteams hatte beim 4:3-Erfolg bei Borussia Mönchengladbach eine überaus umstrittene Gelb-Rote Karte gesehen, was in der Regel eine automatische Sperre von einer Begegnung nach sich zieht.
Damit würde der 40-Jährige das Highlight-Spiel gegen den FC Bayern am kommenden Sonntag (17.30 Uhr/DAZN) verpassen. Nun kommt es darauf an, ob das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) dem Einspruch der Elversberger stattgibt. Schiedsrichter-Chef Knut Kircher hatte am Sonntag im Doppelpass bei Sport1 eingeräumt, dass der Platzverweis gegen Wagner "in Summe eine unglückliche Situation" gewesen sei.
Überhaupt kein Verständnis für eine Sperre hätte Rekordnationalspieler Lothar Matthäus. "Man geht halt mal aufs Spielfeld und redet mit dem Unparteiischen. Es ist Alltag. Dass man nun am jungen Elversberg-Trainer ein Exempel statuiert, finde ich mehr als lächerlich. Das sind so Sachen, wo ich sage: 'Der Fußball macht keinen Spaß'", schrieb Deutschlands Weltmeister-Kapitän von 1990 in seiner Sky-Kolumne. Seine Schlussfolgerung: "Wenn das DFB-Gericht ein bisschen Spielraum lässt, muss Wagner gegen den den FC Bayern auf der Trainerbank sitzen dürfen."
Selbst die Verantwortlichen vom kommenden Elversberger Gegner sprachen sich gegen eine Strafe aus. "Es wäre ja möglich, für das nächste Spiel keine Sperre auszusprechen. Wenn das alle so sehen", sagte Bayern-Boss Jan-Christian Dreesen. Wann genau das Sportgericht über den Protest entscheiden wird, ist noch unklar.
Nachdem durch eine falsche Einwurf-Entscheidung ein Gegentor gegen seine Mannschaft gefallen war, hatte sich Wagner aus stillem Protest aufs Feld gestellt. Dafür gab es die erste Verwarnung. "In der zweiten Szene ist es so, dass er in der Halbzeit auch in meine Richtung geht, und das ist eben auch unsportlich", erklärte Schiedsrichter Martin Petersen seine Entscheidung. Da Wagner dabei weder aggressiv auf ihn zugelaufen war, noch den Referee verbal attackierte, sorgte der Feldverweis für Diskussionen.