Elber rechnet bei der WM nicht mit Brasilien
Besonders die Nominierung von Neymar hätte Elber nicht vorgenommen.
Bayern-Ikone Giovane Elber traut seinem Heimatland Brasilien bei der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada nicht allzu viel zu. "Das Viertelfinale kann Brasilien erreichen. Aber um den Titel zu gewinnen, müsste schon vieles zusammenpassen - und das passiert in so kurzer Zeit nicht", sagte Elber im Interview mit der Sport Bild.
Vor allem die Qualifikation sei "nicht gut" verlaufen, betonte Elber. Zudem seien drei Trainer während der Qualifikationsphase zu viel gewesen. Dennoch sieht der frühere Nationalspieler auch positive Ansätze: "Was vielleicht ein bisschen Hoffnung macht: Unter Ancelotti tritt die Selecao wieder mehr als Mannschaft auf."
Eine von Ancelottis Entscheidungen hätte Elber, der zwischen 1998 und 2001 für die brasilianische Nationalmannschaft spielte, allerdings nicht getroffen. Zur Nominierung von Neymar Jr. sagte der 53-Jährige: "Es tut mir leid, aber ich hätte ihn nicht nominiert. Vielleicht überrascht Neymar mich und spielt wieder so gut wie vor einigen Jahren. Aber daran glaube ich nicht." Für Elber ist Neymar inzwischen nur noch "eine Marketing-Maschine".
Dass Ancelotti ihn dennoch nominierte, kann Elber jedoch nachvollziehen. "Eine große Mehrheit forderte die Nominierung von Neymar. Selbst der Staatspräsident mischte sich ein und sprach sich öffentlich dafür aus. Der Druck auf Ancelotti wurde immer größer, er konnte deshalb nicht anders."
Brasilien trifft in Gruppe C auf Marokko, Haiti und Schottland. Das Auftaktspiel der Selecao findet in der Nacht zu Sonntag deutscher Zeit gegen Marokko statt.