Einigung zwischen FIFA und FIFPRO: Mehr Mitsprache für Profis
Die Spielergewerkschaft bekommt Platz an den FIFA-Tischen, dafür lässt sie alle Klagen gegen den Weltverband fallen.
Die FIFA hat ein Abkommen mit der Spielergewerkschaft FIFPRO geschlossen, das den Profivertretern mehr Mitspracherecht bei den Ratssitzungen des Weltverbandes garantiert. Als Teil der Abmachung lässt die FIFPRO alle laufenden Klagen gegen die FIFA fallen. Die Vereinbarung, die die FIFPRO als globale Vertretung und als Sozialpartner von Spielern als Arbeitnehmer anerkennt, tritt sofort in Kraft und gilt zunächst bis zum 31. Dezember 2031.
Die Übereinkunft bedeutet eine Annäherung nach teils heftigen Konflikten zwischen beiden Seiten, insbesondere bei Fragen des internationalen Spielkalenders und der steigenden Belastung für Profis. Die FIFPRO hatte im Oktober 2024 bei der Europäischen Kommission Beschwerde eingelegt und vor einer zunehmenden Überlastung gewarnt. Künftig soll die Zusammenarbeit auch Themen wie Spielerwohl, Transferregeln und Terminplanung umfassen.
FIFPRO-Vertreter werden ab sofort in verschiedenen Ausschüssen des Weltverbandes vertreten sein. "Dies unterstreicht das gemeinsame Engagement, sicherzustellen, dass die Stimmen der Spielerinnen und Spieler in den Entscheidungsprozessen der FIFA besser gehört und angemessen vertreten werden", erklärte die Gewerkschaft in einer Stellungnahme.
Die FIFA schrieb von einer "bahnbrechenden Vereinbarung" und einer "neuen Ära der Zusammenarbeit und Spielervertretung" in der Fußballwelt. David Terrier, Präsident von FIFPRO Europe, sprach von einem "Wendepunkt für Spieler und die globale Fußballführung". Er dankte UEFA-Präsident Aleksander Ceferin, der "maßgeblich dazu beigetragen" habe, "die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass alle Parteien eine gemeinsame Basis finden und auf dauerhafte Lösungen hinarbeiten konnten".
Die FIFPRO ist ein Zusammenschluss von mehr als 70 nationalen Spielergewerkschaften, nach eigenen Angaben vertritt sie 77.000 Spielerinnen und Spieler. Die deutsche Profivertretung VDV gehört nach einem Streit um Bild- und Persönlichkeitsrechte der Spieler nicht mehr zur FIFPRO.