Drei Platzverweise zum WM-Auftakt - trotzdem kein Rekord
Beim WM-Achtelfinale 2006 in Deutschland zwischen Portugal und den Niederlanden gab es vier Platzverweise.
Nach dem Rote-Karten-Festival zum WM-Start schüttelte Hugo Broos nur noch den Kopf. Über den ersten Platzverweis, gut, da müsse man nicht groß reden, sagte der Nationaltrainer Südafrikas, "die Karte kann ich noch verstehen". Die zweite aber, für ein vergleichsweise harmloses Vergehen? Nein!
"Da blockt ein Mexikaner meinen Spieler", klagte Broos in der Pressekonferenz, "das war zu wenig, um eine Rote Karte zu geben." Er habe zwar noch genügend "Spieler für das nächste Spiel, aber das ist wirklich nicht schön".
Zunächst hatte Yaya Sithole im Eröffnungsspiel gegen Gastgeber Mexiko (0:2) nach einer Notbremse Rot gesehen. Sechs Minuten vor dem Abpfiff folgte sein Mitspieler Themba Zwane wegen einer Tätlichkeit, was aber fragwürdig war. Schiedsrichter Wilton Sampaio aus Brasilien hatte den Videobeweis bemüht und einen Schlag gesehen. Am Ende erwischte es auch noch den Mexikaner César Montes (90.+2/Notbremse).
Drei Platzverweise? Schon mal dagewesen. Den unrühmlichen Rekord in einem WM-Spiel hält das Achtelfinale 2006 in Deutschland zwischen Portugal und den Niederlanden (1:0). In dem Spiel, später als "Schlacht von Nürnberg" bezeichnet, flogen gleich vier Spieler vom Platz, zwei von jeder Mannschaft, alle mit Gelb-Rot.
Drei Rote Karten in einem WM-Spiel waren zuletzt ebenfalls beim Turnier in Deutschland gezeigt worden - und das gleich zweimal. Drei Platzverweise gab es bei den Spielen Italien gegen die USA (1:1) und Kroatien gegen Australien (2:2). Insgesamt sah bei der WM 2006 die Rekordzahl von 28 Spielern Gelb-Rot oder Rot. Drei oder mehr Platzverweise gab es seit der WM 1938 in insgesamt acht Spielen.