Die WM im Farbrausch: Pink is the new black
Etliche Stars tragen bei der WM pinke Fußballschuhe. Woran liegt das?
Eigentlich würde Deniz Undav gerne einen Klassiker am Fuß tragen. Beim DFB-Auftaktsieg gegen Curacao (7:1) erzielte er seinen Treffer aber nicht mit dem Modell "Copa Mundial" von Ausrüster adidas, das der deutsche Nationalspieler beim Teamfoto in Winston-Salem trug. Wie fast alle seine Mitspieler lief der Stuttgarter mit knalliger Schuhfarbe auf - und liegt damit bei der WM voll im Trend: Pink is the new black.
Auffallend viele Spieler tragen bei dieser Endrunde pinke Treter von allen möglichen Marken. Aus mehreren Gründen. "Was wir immer wieder von unseren Kunden und Sportlern hören, ist, dass man bei einer so auffälligen und leuchtenden Farbe wie Pink den Eindruck gewinnen muss, man müsse schon sehr talentiert sein, um solche Farben tragen zu können", sagte Nike-Vertreter Odinga Nimako bei The Athletic.
Und: Eine "optimale Sichtbarkeit" hilft auch bei der Vermarktung. "Pink hebt sich wirklich gut vom grünen Gras auf dem Spielfeld ab, egal ob man auf der Tribüne sitzt oder am Fernseher zuschaut", meinte Nimako: "Gleichzeitig hat Pink aber auch eine gewisse Akzeptanz erreicht, sodass es nicht zu speziell ist, sondern ein breites Publikum anspricht."
Julian Nagelsmann hatte sich bereits vor dem Turnier als Fan geoutet. "Ich fand es ganz cool. Ich mag Pink sowieso, schöne Farbe, freundlich aber auch die nötige Aggressivität", sagte der Bundestrainer, nachdem fast alle seine Spieler beim Test gegen Finnland (4:0) mit entsprechend buntem Schuhwerk aufgelaufen waren.
Viele Spieler sind vertraglich verpflichtet, die ihnen zugeteilten Schuhe zu tragen. Farbliche Ausnahmen gibt es bei dieser WM dennoch. Der argentinische Weltmeister Lionel Messi soll mit hellblau-weißen Schuhen auflaufen, Cristiano Ronaldo erhielt von Nike sogar einen komplett goldenen Fußballschuh. Und wie die FIFA gegenüber The Athletic bestätigte, müssen auch die Schiedsrichter traditionell schwarze Schuhe tragen.