Die vergessenen Heldinnen und Helden des deutschen Amateurfußballs

Staffelleiter, Ansetzerin, Ausschussmitglieder, Jugendleitung: Die Unsichtbaren halten den Fußball am Laufen. Ein Dankeschön und Weckruf!

Die vergessenen Heldinnen und Helden des deutschen Amateurfußballs
Foto: privat

Von Gerd Thomas

Es gibt Menschen, die fliegen völlig unterm Radar – sind für die meisten Sportlerinnen und Sportler unsichtbar. Die Rede ist von den Ehrenamtlichen in den Kreis-, Bezirks- und Landesverbänden. Was sind das für Leute?

Meistens tragen sie die Bezeichnung Staffel- oder Spielbetriebsleiter. Jede Liga hat so eine Person, die im Hintergrund für die Durchführung der Spiele sorgt. Sie müssen nicht nur den Spielbetrieb organisieren, sie müssen auch mal unpopuläre Entscheidungen treffen.

Wenn um 22 Uhr das Telefon klingelt – der Alltag der Staffelleiter

Staffelleiter werden oft spät abends angerufen. Da fällt einem Trainer am Samstag um 22 Uhr ein, dass er für den nächsten Tag nun doch kein Team zustande bringt – sei es wegen Grippe, Corona oder einer Ballung von Geburtstagen. Wer glaubt, ein Trainer einer 4. D-Jugend-Mannschaft würde die Sache weniger ernst nehmen, der kennt den Amateurfußball nicht.

Erfahrene Ansetzer haben das Telefon spätestens ab 18 Uhr ausgeschaltet. Aber da es sich um Privathandys handelt, könnte die Nummer ja auch der Erbonkel aus Amerika sein. Bleibt er trotzdem eisern, kennen hartnäckige Trainer weitere Kanäle.

Unparteiische kommen nicht per Zauberhand

Noch unbekannter sind die Schiedsrichter-Ansetzer. Auch wenn mancher es glauben mag, die Unparteiischen werden nicht von Bibi Blocksberg auf den Platz gehext. Es ist erstaunlich, dass zu fast allen Spielen Menschen erscheinen, die bereit sind, diese zu leiten.

Wenn es geht, pfeift ein Schiedsrichter in unteren Ligen gleich zwei Spiele hintereinander. Das spart dem Verein Geld und sorgt beim Referee für eine doppelte Aufwandsentschädigung. Um das zu realisieren, braucht es einen Ansetzer.

Vom Sportgericht bis zur AG Zukunft: Ehrenamt auf allen Ebenen

Machen wir weiter mit den Sportgerichten, in denen ehrenamtliche Richter und Schöffen sitzen. Auch das Sportgericht agiert weitgehend ehrenamtlich, unterstützt von Hauptamtlichen aus dem Verband.

Diverse Ausschüsse gibt es in den Sportverbänden, oft ehrenamtlich geleitet. Neben dem klassischen Spielausschuss gibt es Kommissionen für Jugendfußball, Frauen und Mädchen, Schiedsrichter, Recht und Satzung usw.

Beim Berliner Fußball-Verband haben wir die sogenannte AG Zukunft – später Future BFV – ins Leben gerufen. Es hat nicht zum großen Wurf gereicht, aber viele Menschen aus den Vereinen haben sich eingebracht.

Ist den Funktionären der Profis klar, welcher Schatz da liegt?

Der deutsche Fußball lebt von Toren, Triumphen und Talenten. Doch vor allem lebt er von Ehrenamtlichen.

Diese Menschen tun es aus Liebe zum Spiel. Sie sind es, die den Amateurfußball zusammenhalten. Schade, dass die Profivertreter nicht erkennen, welcher Schatz sich in den Amateurvereinen verbirgt.

Vom Sportgericht bis zum Zukunftsausschuss: Ehrenamt auf allen Ebenen

Unsere Politiker sollten dem Engagement mehr Aufmerksamkeit schenken. Ehrenamt ist keine Selbstverständlichkeit. Wer will, dass sich Menschen weiterhin engagieren, muss Wertschätzung entgegenbringen.

Zum Abschluss des Jahres geht mein Dank an alle, die sich ehrenamtlich engagieren. Ihr seid das Fundament.

Ehrenamt kann Wahlen entscheiden!

Mein Appell an die Politik: Schaut genauer hin, hört zu, handelt. Die Engagierten verdienen Unterstützung und Respekt. Ohne sie wäre der Fußball in Deutschland ärmer – und unsere Gesellschaft auch.

Zum Abschluss für das Jahr 2025 gibt es ein Zitat von Eckart von Hirschhausen für 2026: „Es ist schwer, die Welt ehrenamtlich zu retten, wenn andere sie hauptberuflich zerstören!“

Ich wünsche einen guten Rutsch in ein neues Jahr. Danke für eure Aufmerksamkeit.

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