Ceferin attackiert Infantino: "Fußball braucht keine Kaiser"

Der FIFA-Machtkampf geht in die nächste Runde: Die Antwort des UEFA-Chefs auf Infantinos jüngste Vorstöße lässt nicht lange auf sich warten.

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Der Streit geht weiter: Ceferin (l.) und Infantino
Der Streit geht weiter: Ceferin (l.) und Infantino. Foto: picture-alliance/KEYSTONE/SID/PETER KLAUNZER

UEFA-Chef Aleksander Ceferin hat sich unbeeindruckt von den jüngsten Bemühungen von Gianni Infantino gezeigt - und eine neue Attacke auf den FIFA-Boss gestartet. Bei der Generalversammlung der European Football Clubs (EFC) in Kopenhagen kritisierte er das unlängst gescheiterte Investorenprojekt, die Vergabe des FIFA-Friedenspreises an den US-Präsidenten Donald Trump sowie die Hintergründe im "Fall Balogun" bei der WM im Sommer scharf - ohne Infantinos Namen zu nennen.

"Wie oft müsste so etwas bei Ihren Vereinen passieren, bevor der Vorstand sagt: Genug ist genug?", fragte Ceferin die Klubbosse am Dienstag: "Es ist Zeit, 'genug' zu sagen. Keine Politik und keine noch so große Macht gibt einem das Recht, den Fußball zu verkaufen."

Ceferin zog einen Vergleich zu "Des Kaisers neue Kleider" und betonte: "Der Fußball braucht keine Kaiser." Im Märchen des Dänen Hans Christian Andersen werde der Kaiser "überzeugt, dass er prächtige Kleider trägt – Kleider, so wird ihm gesagt, die nur die Dummen oder Unfähigen nicht sehen können. Sein Hof spielt das Spiel mit. Bis schließlich ein Kind einfach laut ausspricht, was alle sehen können: Der Kaiser ist nackt", sagte Ceferin: "Vielleicht lautet die Moral der Geschichte: Bequeme Worte können unangenehme Realitäten nicht verändern."

Infantino war in den vergangenen Tagen in die Offensive gegangen: Er signalisierte Reformbereitschaft und stellte den Mitgliedsverbänden weitere Gelder aus den Reserven des Weltverbandes in Aussicht. Der Weltfußball habe zuletzt "einige sehr bequeme Worte gehört", führte Ceferin aus: "Entwicklung, Demokratisierung, Konsultation – Worte, die tatsächlich dazu benutzt wurden, das Gegenteil zu beschreiben."

Die FIFA hatte die UEFA zuvor bezichtigt, mit juristischen Schritten zu versuchen, die FIFA-Präsidentschaftswahl zu beeinflussen. Hintergrund ist die von der UEFA vorbereitete Strafanzeige in der Schweiz gegen Infantino. Dabei geht es um die Rolle des FIFA-Chefs beim inzwischen verworfenen Plan, Anteile an Turnieren des Weltverbandes an private Investoren auch aus Trumps Umfeld zu verkaufen.

Der Schweizer strebt bei der Wahl im März 2027 eine weitere Amtszeit an. Neben anderen fordert vor allem die UEFA den Rückzug Infantinos.