Bündnis warnt vor Risiken bei WM-Reisen in die USA

Ein breites Bündnis sieht Reisende bei der WM erheblichen Risiken ausgesetzt. Die Warnungen reichen bis zu unmenschlicher Behandlung im Gewahrsam.

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Bündnis warnt vor Risiken bei WM-Reisen in die USA
Foto: © AFP/GETTY IMAGES NORTH AMERICA/SID/KEVIN DIETSCH

Mehr als 120 zivilgesellschaftliche Gruppen haben Fans, Spieler, Journalisten sowie andere Reisende vor möglichen "ernsthaften Menschenrechtsverletzungen" bei einem Besuch der Fußball-WM in den USA gewarnt. Da die Regierung von US-Präsident Donald Trump "ihre drakonische Einwanderungs- und menschenrechtsfeindliche Agenda weiter verschärft" habe, seien die genannten Gruppen mehreren Risiken ausgesetzt, hieß es in einer Stellungnahme am Donnerstag.

Diese umfassten etwa eine willkürliche Einreiseverweigerung und das Risiko von Verhaftung, Inhaftierung oder Abschiebung. Das Bündnis, dem unter anderem Amnesty International, Reporter ohne Grenzen oder mehrere US-Fangruppen angehören, warnte zudem vor einer Überwachung der Sozialen Medien und Durchsuchungen elektronischer Geräte, vor Unterdrückung der Meinungs- und Protestfreiheit sowie vor "grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung - bis hin zum Tod - im Gewahrsam der US-Einwanderungsbehörde ICE".

Das Bündnis sieht neben der US-Regierung und den Austragungsstädten auch die FIFA in der Pflicht. Der Weltverband bekenne sich "zwar verbal zu den Menschenrechten, paktiert aber gleichzeitig mit der Trump-Regierung und gefährdet damit Millionen von Menschen und deren Grundrechte", sagte Jamil Dakwar von der American Civil Liberties Union, es sei "höchste Zeit", dass die FIFA ihren Einfluss nutze. Das Schweigen des Weltverbandes sei jedoch "ohrenbetäubend", ergänzte Mitunterzeichnerin Jennifer Li von Dignity 2026.

Infolge von Trumps aggressiver Außenpolitik und der Eskalation bei Einsätzen der Einwanderungsbehörde ICE mit Todesopfern hatte es in Europa kurzzeitig eine Debatte über einen möglichen WM-Boykott gegeben. Menschenrechtsorganisationen blicken bereits seit Monaten mit Besorgnis auf die Entwicklung der USA unter Trumps Führung. Im Vorfeld des Turniers, das in den USA, Mexiko und Kanada stattfinden wird (11. Juni bis 19. Juli), pflegt FIFA-Präsident Gianni Infantino eine enge und teils kritisierte Beziehung zu Trump.