Bann gebrochen: HSV feiert ersten Dreier

Die Hamburger zeigen sich bei ihrem ersten Dreier enorm effizient. Trainer Merlin Polzin beweist ein gutes Händchen.

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Erleichtert: HSV-Trainer Merlin Polzin
Erleichtert: HSV-Trainer Merlin Polzin. Foto: picture-alliance/WITTERS GmbH/SID/TimGroothuis

Die ersten Tore, der erste Sieg: Der Hamburger SV atmet nach dem 2:1 (1:0) gegen den 1. FC Köln auf.

Hamburg (SID) Merlin Polzin fiel seinem Trainerteam erleichtert in die Arme, als ein kollektiver Jubelschrei durch das ausverkaufte Volksparkstadion hallte. Dann scharte der Chefcoach des Hamburger SV seine Spieler um sich und schickte die Mannschaft zum Feiern vor die Nordtribüne. Der erlösende erste Saisonsieg beim 2:1 (1:0) gegen den 1. FC Köln nur einen Tag nach dem deutlichen Treubekenntnis für Polzin machte den Horrorstart in die Saison für den Moment vergessen.

Polzin, dessen Vertragsverlängerung erst am Freitag verkündet worden war, geht gestärkt und mit neuem Optimismus in die lange Länderspielpause. Nicolas Capaldo kurz vor der Pause (44.) und der eingewechselte Yussuf Poulsen kurz nach dem Seitenwechsel (50.) sorgten für die ersten Saisontore der Hamburger, die ihre ersten drei Spiele verloren und dabei zwölf Gegentreffer kassiert hatten. "Es waren sehr viele Sachen, die besser waren als in den letzten Wochen. Es war ein sehr guter Schritt in die richtige Richtung", sagte Poulsen bei Sky.

Köln spielte vor 57.000 Zuschauern an der Elbe eine überlegene erste Halbzeit, nutze aber seine Chancen nicht und geht mit vier Punkten in die Länderspielpause. Der Anschluss von Ragnar Ache (90.) kam zu spät. "Wir haben Tore zum äußerst ungünstigen Zeitpunkt bekommen. Es ist beschissen gelaufen", sagte Torhüter Marvin Schwäbe: "Wir dürfen uns diese wellenförmige Performance so nicht erlauben."

Die Kameras waren am Samstagnachmittag erst mal auf Polzin gerichtet. 24 Stunden nach Veröffentlichung seiner Vertragsverlängerung wollte der 35-Jährige nach schweren Wochen unbedingt für positive sportliche Schlagzeilen sorgen. Dann ging für den HSV allerdings zunächst nicht viel.

Nach ihrer Gegentor-Flut wirkten die Hamburger zögerlich, standen tief und waren darauf bedacht, hinten nichts zuzulassen. Die Folge: Köln hatte in der ersten Halbzeit 70 Prozent Ballbesitz und kam immer wieder in aussichtsreiche Abschlusspositionen. Und so war es vor allem Keeper Daniel Heuer Fernandes zu verdanken, dass die Gastgeber nicht in Rückstand gerieten.

Nach Versuchen von Thijs Dallinga aus spitzem Winkel ans Außennetz (6.) und einem abgefälschten Kopfball von Luka Lochoshvili nach einer Ecke (19.) stand der HSV-Torhüter gleich drei Mal goldrichtig. Erst tauchte Heuer Fernandes bei Schüssen von Mikey Moore (26.) und Said El Mala (37.) ab, dann war er bei einem Dallinga-Kopfball reaktionsschnell (38.).

Und der HSV? Der brauchte über eine halbe Stunde für seinen ersten Torschuss - und ging dennoch in Führung. Capaldo stieg bei einem Eckball am höchsten und ließ den Volkspark erbeben. Während Köln den möglichen Ausgleich in Person von Moore, der den Ball aus acht Metern freistehend über das Tor drosch, liegen ließ, schlug der HSV eiskalt zu. Nach einem Konter verwertete der eingewechselte Poulsen die Hereingabe von Albert Grönbaek zum 2:0.

Köln mühte sich, viel mehr als ein Versuch von El Mala, den Heuer Fernandes per Fußabwehr parierte (52.), brachte die Mannschaft von René Wagner aber nicht zustande. Ein abgefälschter Schuss von El Mala touchierte den Außenpfosten (75.). Ache ließ den FC per Kopfballtreffer nochmals hoffen.