Auf Rekordkurs? Schon acht Platzverweise bei der WM
Bei der Endrunde wurden bereits so viele Spieler vom Platz gestellt wie bei den letzten beiden Turnieren zusammen. Ist der Rekord von 2006 in Gefahr?
Das Eröffnungsspiel setzt den Ton, die neue Regelfalle schlägt zu, aber der Rekord ist noch in weiter Ferne: Acht Platzverweise hat es schon bei der Fußball-WM in den USA, Mexiko und Kanada gegeben - und damit nach 40 von 104 Spielen bereits doppelt so viele wie insgesamt bei dem vergangenen Turnier in Katar.
Belgiens Nathan Ngoy war nach seiner Notbremse beim 0:0 gegen den Iran am späten Sonntagabend der achte Spieler, der des Feldes verwiesen wurde. Kurios: Alle bisherigen Platzverweise waren Rote Karten, Gelb-Rot fehlt noch in den Statistiken.
Nachdem im Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika gleich drei Akteure in einem Match frühzeitig in die Kabine mussten, schlug auch eine neue Regel zu. Paraguays Miguel Almiron hielt sich bei einer Auseinandersetzung mit Mert Müldür aus der Türkei den Mund zu - und war damit der erste Spieler, der bei der Endrunde für ein solches Vergehen bestraft wurde.
Der Rekord liegt bei 28 Platzverweisen, aufgestellt 2006 in Deutschland. Allein bei der "Schlacht von Nürnberg" zwischen Portugal und den Niederlanden gab es viermal Gelb-Rot. Nur neun waren allerdings Rote Karten.
Seither nahm die Rot-Flut ab. In Südafrika 2010 gab es 17 Platzverweise, 2014 in Brasilien zehn, in Russland 2018 wie in Katar 2022 nur vier. Seit der Endrunde 1998 in Frankreich, als es mit 22 immerhin die zweitmeisten Platzweise gab, wurden im alten Modus allerdings auch "nur" 64 Spiele ausgetragen. Beim XXL-Turnier in Nordamerika kommen nochmal 40 dazu.