1:6, 0:6, 1:5: Leipzig hat gegen Bayern ein Muster

Marcel Schäfer nennt es komplettes Versagen. Doch drei hohe Pleiten in Serie sind keine Tagesform – und Demichelis sieht das selbst.

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17.10.2026, xemx, Fussball 1.Bundesliga, FC Bayern Muenchen - RB Leipzig v.l. Michael Olise (FC Bayern Muenchen), David Raum (RB Leipzig) Zweikampf, Aktion, action, battle for the ball (DFL
Foto: IMAGO/Jan Huebner

RB Leipzig beim FC Bayern, 0:3 schon zur Pause, am Ende 1:6: Für dieses Ergebnis in der Allianz Arena braucht es keinen schlechten Tag. Es braucht ein Team, das, wie Marcel Schäfer bei Sky sagte, „in allen Bereichen einfach komplett unterlegen“ war. Der Sport-Geschäftsführer sprach von einem „kompletten Versagen von uns in allen Bereichen“. Härter kann ein Verantwortlicher sein eigenes Team kaum abwatschen.

Nur beschreibt Schäfer damit die Tagesform. Das wahre Leipziger Problem liegt tiefer, und es ist nicht neu. Denn das 1:6 ist bereits die dritte hohe Pleite in Folge gegen die Bayern in der Bundesliga, und die beiden davor lesen sich kein Stück harmloser: ein 1:5, ein 0:6. Drei Spiele, drei Demontagen, in Summe 2:17. Was einmal ein Ausrutscher wäre, ist beim dritten Mal ein Muster.

Natürlich kann jeder in München verlieren. RB-Trainer Martin Demichelis hat es selbst ausgesprochen: „Natürlich kannst du hier in der Allianz Arena verlieren, das weiß jeder.“ Der Satz stimmt, und gegen einen einzelnen Nachmittag unter die Räder zu kommen, sagt noch nichts über die Form vor einem Champions-League-Gipfel.

Nur hat Demichelis den Satz nicht beendet, ohne ihn gleich wieder einzureißen. „Aber nicht auf diese Art und Weise“, fügte er hinzu – und dann der entscheidende Nachsatz: „Wir müssen über unsere gesamte Mannschaft und unsere Spielidee mit und ohne Ball sprechen.“ Ein Trainer, der die eigene Spielidee öffentlich zur Debatte stellt, redet nicht über einen schlechten Tag. Er redet über das Fundament.

Dass er das ausgerechnet nach seiner Rückkehr an die alte Wirkungsstätte tut, der frühere Bayern-Profi auf der gegnerischen Bank, macht es nicht leichter. Geschockt sei er gewesen. Willi Orban klang nicht anders: „Wir sind überhaupt nicht an unser Leistungslimit gekommen, haben auch wenig davon umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten.“ Das ist die Sprache von Spielern, die wissen, dass der Plan nicht gegriffen hat – und zwar nicht zum ersten Mal.

Der Haken an Demichelis’ eigener Diagnose: Eine Spielidee, die beim dritten Aufeinandertreffen wieder so zerfällt, kann man nicht in den paar Tagen bis Mittwoch reparieren. Dann geht es um 21.00 Uhr bei Real Madrid weiter. „Schnellstmöglich verdauen, miteinander sprechen und nach vorne schauen. Es gibt keinen anderen Weg“, sagte er. Das ist richtig und hilft doch wenig, wenn das, worüber geredet werden muss, die Spielidee selbst ist.

Erst müsse man sich „bei unseren mitgereisten Fans entschuldigen“, sagte Demichelis. „Das ist nicht die Mannschaft, die wir in den Stadien präsentieren wollen.“ Der Satz soll Demut zeigen. Er legt aber eine andere Frage frei: Welche Mannschaft ist es denn dann? Gegen die Bayern war es zum dritten Mal dieselbe – chancenlos, unterlegen, zerlegt.

Schäfer wollte über Real erst gar nicht reden. Verständlich. Nur lässt sich das eine vom anderen nicht trennen: Wer dreimal in Folge sein Konzept gegen denselben Gegner verliert, nimmt dieses Problem mit nach Madrid. Das 1:6 ist die Quittung für eine Spielidee, die gegen die Bayern nicht mehr trägt.