Zweite Chance für Sandro Wagner? Aber ja!

Trotz der verpatzten Premiere 2025 in Augsburg freut sich Fever Pit'ch-Kolumnist Alex Steudel auf ein Comeback des jungen Nicht-mehr-ganz-Newcomers: Hannover 96 will ihn

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Zweite Chance für Sandro Wagner? Aber ja!
Foto: Imago / Sportfoto Rudel

Sandro Wagner kommt zurück! Ich freue mich. Zur Erinnerung: Wagner ist dieser junge, witzige, wortgewandte, moderne Trainer – also Julian Nagelsmann mit Bart, aber mit genauso wenigen Punkten. Wagner ist nämlich leider beim ersten Versuch an der Bundesliga gescheitert. Sein erster richtiger Trainerjob – beim FC Augsburg – passte ihm wie Lennart Karl ein Trainingsanzug von Shaquille O'Neal.

Das kann passieren.

Jetzt will Hannover 96 diesen Wagner holen - "nach übereinstimmenden Medienberichten", wie es so schön heißt. Also Klubfinanz-Ikone Martin Kind und dessen neuer erster Mann, Jonas Boldt, wollen den 38-Jährigen holen, und zwar als Nachfolger des entlassenen Christian Titz.

Die Kombination ergibt Sinn: Boldt ist mit dem HSV in der zweiten Liga gescheitert, 96 scheitert Jahr für Jahr ebendort und diesmal besonders auffällig – nach fünf Spieltagen steht der Klub nur auf Platz 15 einer Spielklasse, der man eigentlich entkommen wollte. Aber nach oben, nicht unten.

Schafft das Wagner, der ebenfalls Gescheiterte?

Viele – auch ich – waren 2025, als er die Augsburger trainierte, enttäuscht von dem von Vorschusslorbeeren überhäuften Mann. Klar, ein Neuling darf aus Fehlern lernen, in Augsburg wirkte es aber eher so, als würden die Fehler von Sandro Wagner lernen: Alles, was schiefgehen konnte, ging schief, der FCA verlor in der Saison 2025/26 acht der ersten zwölf Bundesligaspiele.

Nur Wagners Analysen, die klangen super, denn analysieren kann er. Manche sagen: Als TV-Experte ist er halt besser.

Weil Analysen keine Tore schießen, musste er also Platz machen. Es übernahm Manuel Baum, der weder auffallend jung noch auffallend wortgewandt noch auffallend witzig ist, aber die Bundesliga wurde ja auch nicht zum Lachen erfunden. Baum (47) gewann jedenfalls mit demselben Kader, der Wagner zur Verfügung gestanden hatte, sechs der nächsten zwölf Bundesligaspiele – unter anderem besiegten die Schwaben Bayer Leverkusen und die Bayern.

Und zwischendurch waren die Augsburger erstmals in ihrer Bundesliga-Geschichte Tabellenführer.

So viel dazu.

Oder sagen wir mal so: Ich bin sicher, dass Sandro Wagner es jetzt allen zeigen will – den Pessimisten, den Lästerern, den wegwerfende Handbewegungen Machenden. Ich bin gespannt und wünsche ihm für seine Zukunft viel Erfolg und alles Gute – auch wenn das, wie mir gerade klar wird, eine Formulierung ist, die man normalerweise nach einer Trennung benutzt; sorry dafür.

Nein, ich habe das ernst gemeint. Der deutsche Fußball braucht junge, unterhaltsame und erfolgreiche Trainer, also genau in dieser Kombination, seit der WM wissen wir das besser denn je. Und vielleicht macht Wagner diesmal tatsächlich alles richtig, und wir sehen ihn irgendwann wieder. Also in der ersten Liga.


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