Wirtz muss jetzt gegen Serbien liefern
Nach einem Punkt aus zwei Spielen braucht der DFB-Neustart einen Schub. Der Schlüssel dazu ist ein Spielmacher, der seit über einem Jahr seine Form sucht.
Ein Punkt aus zwei Spielen, dazu das ernüchternde 0:1 gegen Griechenland: Bundestrainer Jürgen Klopps Neustart beim DFB braucht dringend einen Schub. Den soll eigentlich Florian Wirtz liefern, der aber seit mehr als einem Jahr selbst seine Topform sucht. Dabei braucht Deutschland gegen Serbien den alten Wirtz – und Wirtz endlich wieder einen großen Moment.
„Wenn dieser Neuanfang unter Klopp gelingen soll, dann wird das ganz stark von Florian Wirtz abhängen“, sagt Hendrik Buchheister (Redaktionsnetzwerk Deutschland) im Fever Pit'ch Podcast. Denn Wirtz „ist ein Spieler, der sich über die großen Momente definiert und der sich darüber definiert, der Gamechanger zu sein.“
Allerdings fehlen ihm genau diese Momente derzeit. In Leverkusen bekam Wirtz dafür die nahezu perfekte Plattform. Liverpool kann ihm diese bislang nicht bieten. Doch genau hier beginnt die Bringschuld eines Ausnahmespielers: Er darf irgendwann nicht mehr nur von einem funktionierenden Umfeld profitieren, sondern muss selbst dafür sorgen, dass eines entsteht.
Gegen Serbien droht Deutschland eine ähnliche Aufgabe wie gegen Griechenland: wenig Räume, ein tiefer Gegner und die Notwendigkeit, selbst Lösungen zu finden. Dafür braucht Klopp Spieler, die enge Situationen auflösen, ins Dribbling gehen oder etwas sehen, bevor es der Gegner sieht. Jemanden, der „mal eine Idee“ entwickelt und „mal was Unvorhergesehenes“ macht, fordert Buchheister. Lennart Karl und Said El Mala bringen solche Qualitäten mit, aber von Wirtz muss man sie jetzt erwarten.
Und Klopp kann ihm helfen, die Erwartungen zu erfüllen. Öffentlich Druck von ihm zu nehmen und ihm Sicherheit zu geben, ist das eine. Ihm eine Rolle zu geben, in der seine besonderen Qualitäten zur Geltung kommen, wäre der nächste Schritt. Wirtz kann nicht auf perfekte Bedingungen warten. Klopp darf aber auch nicht erwarten, dass Wirtz in jeder Rolle und jedem System zum Unterschiedsspieler wird.
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Foto: Imago
Takeaways
- Nach einem Punkt aus den ersten beiden Spielen und dem 0:1 gegen Griechenland braucht Jürgen Klopps DFB-Neustart dringend einen Schub.
- Hendrik Buchheister sieht Florian Wirtz als Schlüsselfigur für den Neuanfang unter Klopp.
- Wirtz fehlen laut Buchheister derzeit die großen Momente, über die er sich als Gamechanger definiert.
- In Leverkusen bekam Wirtz eine nahezu perfekte Plattform, die ihm Liverpool bislang nicht bieten kann.
- Gegen Serbien droht Deutschland eine ähnliche Aufgabe wie gegen Griechenland mit wenig Räumen und einem tiefen Gegner.
- Lennart Karl und Said El Mala bringen die Qualität mit, enge Situationen aufzulösen, doch von Wirtz muss man sie jetzt erwarten.
- Klopp kann Wirtz Druck nehmen und ihm eine passende Rolle geben, während Wirtz nicht auf perfekte Bedingungen warten kann.
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