Wie verwandelt: Endlich Schluss mit BVB-Sachen
Vier Siege, Tabellenführer: Unter Kovac gewinnt die Borussia jetzt auch Spiele, die sie früher noch hergegeben hätte.
Vier Spiele, vier Siege, Tabellenführer: Borussia Dortmund hat einen Traumstart in die neue Bundesliga-Saison hingelegt. Und der berechtigt sogar zur Euphorie. Denn der BVB 2026 beherrscht plötzlich Dinge, an denen er in den vergangenen Jahren regelmäßig gescheitert ist.
Er gewinnt Spiele, auch wenn er sie nicht beherrscht. Er übersteht schwächere Phasen und fällt auch nach einem Rückschlag nicht gleich auseinander. Die berüchtigten „Dortmund-Sachen“, vor denen BVB-Kenner Matthias Esch im Fever Pit'ch Podcast schon wieder warnt, sind bislang ausgeblieben. Trainer Niko Kovac hat die Leistungsschwankungen seiner Mannschaft deutlich reduziert – jene Schwankungen, die regelmäßig dazu führten, dass Dortmund, wie Esch sagt, „irgendwie das Blaue vom Himmel gespielt und dann aber am Ende doch die Punkte hergegeben“ hat.
Das sieht nicht immer schön aus, macht die Mannschaft aber verlässlicher. Und genau darauf kommt es für Esch an: „Wenn am Ende irgendwie 70 Punkte oder noch mehr auf dem Tableau stehen, dann interessiert das keinen mehr.“ Auch sechs mühsame 1:0-Siege würden dann nicht gegen diesen BVB sprechen. Sie wären ein weiterer Beleg für eine mögliche „Metamorphose unter Kovac“.
Doch die neue Verlässlichkeit des BVB wird jetzt nach der Länderspielpause einem ersten echten Belastungstest unterzogen. Neun Spiele stehen in den nächsten 30 Tagen an, dazu kommen Reisestrapazen und personelle Probleme. Für Esch ist das die ideale Gelegenheit, den nächsten Entwicklungsschritt zu bestätigen. Früher hat Dortmund gegen schwächere Gegner oft zu wenig aus der eigenen Qualität gemacht. Unter Kovac weiß der BVB, dass er gegen solche Gegner besser ist – und spielt inzwischen auch so. Genau das muss er jetzt auch unter Dauerbelastung bestätigen.
Zunächst Freitagabend gegen Bremen. Danach wird der Rhythmus immer enger – mit dem Duell gegen Bayern am 31. Oktober als ultimativem Härtetest. Esch formuliert den Anspruch für die Wochen dazwischen drastisch: In Bodø oder gegen Sabah könne sich Dortmund eigentlich nur „selbst schlechter machen“. Bleiben solche Rückfälle aus, wäre der Traumstart mehr als eine Momentaufnahme. Dann hätte der BVB nicht nur seine alten „BVB-Sachen“ abgelegt. Dann dürfte er langsam darüber nachdenken, was mit dieser neuen Verlässlichkeit in dieser Saison möglich ist.
Den kompletten Fever Pit'ch Talk gibt's zu sehen unter diesem Link.
Foto: Imago
Takeaways
- Borussia Dortmund hat mit vier Siegen aus vier Spielen die Tabellenführung übernommen.
- Trainer Niko Kovac hat die Leistungsschwankungen der Mannschaft deutlich reduziert.
- Der BVB gewinnt inzwischen auch Spiele, die er nicht beherrscht, und fällt nach Rückschlägen nicht mehr auseinander.
- Matthias Esch sieht darin eine mögliche Metamorphose unter Kovac.
- In den nächsten 30 Tagen stehen neun Spiele an, dazu kommen Reisestrapazen und personelle Probleme.
- Nach Bremen am Freitagabend wird das Duell gegen Bayern am 31. Oktober zum Härtetest.
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