Weltmeisterschaft 2026 Power Rankings

Das sind die Teams, denen man bis zum Titel folgen sollte

Weltmeisterschaft 2026 Power Rankings
Foto: Imago / Ulmer

Power Rankings vor einer Weltmeisterschaft sind nie exakt, aber sie sind trotzdem hilfreich, wenn man auf die richtigen Dinge schaut. Nicht auf Form aus ein paar Testspielen. Nicht auf Reputation. Entscheidend ist, ob eine Mannschaft gefestigt wirkt. Ob die Rollen klar sind. Ob das Team weiß, wie es Spiele verwaltet, wenn sie nicht mehr reibungslos laufen. Genau das trägt Teams meist durch ein turnier mit mehreren Wochen Dauer.

Spanien

Spanien spielt nicht mehr wie ein Team, das etwas beweisen muss. Sie spielen wie eine Mannschaft, die davon ausgeht, dass Spiele wieder zu ihren Gunsten kippen werden. Das Mittelfeld gibt ihnen diese Sicherheit. Mit Rodri als Positionsanker und Pedri als Taktgeber lassen die Spanier Spiele bewusst atmen. Sie erzwingen kein Tempo. Sie warten auf Fehler.

Die Grundordnung sieht weiterhin nach einem 4-3-3 aus, verschiebt sich im Ballbesitz aber häufig, wenn ein Außenverteidiger ins Zentrum einrückt und Überzahl im Mittelfeld schafft. Für Fans, die WM Quoten verfolgen, lohnt es sich zu beobachten, wie selten Spanien auseinandergezogen wirken. Über ein langes Turnier hinweg hält diese Art von Kontrolle meist stand.

Argentinien

Argentinien überrolltGegner nicht. Sie zermürben sie. Auffällig ist, wie wenig Unordnung es in ihrem Spiel gibt. Die Abstände sind kurz. Das Pressing ist abgestimmt. Jeder scheint zu wissen, wohin der nächste Pass gehen soll. Selbst wenn das Tempo sinkt, verlieren sie kaum ihre Struktur.

Lionel Messi sorgt weiterhin für besondere Momente, aber das Team richtet sich nicht mehr komplett nach ihm aus. Spieler wie Julián Álvarez bringen Energie und Bewegung, die den Angriff auch dann funktional halten, wenn Räume eng werden. Argentinien sind komfortabel darin, Spiele zu gewinnen, ohne sie zu dominieren, und das ist im K.-o.-Fußball meist ein gutes Zeichen.

Frankreich

Frankreichs größter Vorteil bleibt die Tiefe des Kaders. Nicht nur zahlenmäßig, sondern auch vom Profil her. Physisch stark, schnell und wohlfühlend in unsauberen Spielen.

Mit Kylian Mbappé haben sie immer einen Ausweg, wenn die Struktur bricht. Gleichzeitig agieren sie nicht kopflos. Das Mittelfeld steht tiefer als früher, sichert Räume ab und erlaubt es den Außenspielern, hoch zu bleiben, ohne die Abwehr zu entblößen. Frankreich wechseln die Formation je nach Gegner, der Ansatz bleibt aber gleich. Niedriges Tempo ist kein Problem. Chaos auch nicht. Diese Anpassungsfähigkeit trägt Teams oft durch die späten Turnierphasen.

England

England wirkt stabiler als in früheren Zyklen. Führungen werden besser verwaltet. Ballbesitz wird weniger hektisch ausgespielt. Der Druck, dass alles sofort passieren muss, ist geringer.

Viel davon kommt aus dem Mittelfeld. Jude Bellingham gibt England Kontrolle in Momenten, in denen frühere Teams nervös wurden. Er kann den Ball tragen, das Spiel verlangsamen oder nach vorne treiben, ohne Entscheidungen zu erzwingen. Die Struktur Englands hat sich verbessert. Die offene Frage bleibt, wie sie hält, wenn gegen absolute Topgegner das Momentum kippt. Das lässt sich nicht auf dem Papier lösen. Das muss auf dem Platz passieren.

Brasilien

Brasilien bleibt eines der am schwersten einzuordnenden Teams. An guten Tagen fließt alles. Der Ball läuft schnell, die Spieler rotieren natürlich, Gegner kommen kaum hinterher. An schlechten Tagen entstehen Lücken, Spiele werden offen und zerrissen.

Das Problem ist nicht das Talent, sondern die Balance. Hält das Mittelfeld seine Positionen, wird Brasiliens Offensive extrem schwer zu verteidigen. Tut es das nicht, öffnen sich Spiele auf eine Weise, die ihnen nicht immer liegt. Meist starten sie im 4-3-3 oder in einem lockeren 4-2-3-1, doch die entscheidende Frage bleibt die Konstanz. Findet sich vor dem Turnier ein stabiles Gerüst, gehören sie klar zum Titelkreis.

Deutschland

Deutschland versucht nicht mehr, die Diskussion zu dominieren. Das könnte ihnen helfen. Es gibt mehr Geduld im Spiel. Der Aufbau ist klarer. Das Pressing wirkt abgestimmter. Und es gibt weniger Momente, in denen sich das Team selbst im Weg steht.

Die bevorzugte 4-2-3-1-Ordnung setzt zuerst auf Kontrolle und erst danach auf Kreativität. Sie wirken noch nicht fertig, aber organisiert. In Turnieren zählt das oft mehr als Brillanz.

Ein überraschendes Team in dieser Phase

Norwegen sind nicht länger nur ein interessantes Projekt. Mit Erling Haaland an der Spitze und besserer Struktur dahinter wissen sie genau, wie sie spielen wollen. Der nächste Schritt besteht darin zu zeigen, dass dieser Ansatz auch gegen absolute Topteams trägt.

Was diese Rankings wirklich zeigen

Es gibt keinen klaren Topfavoriten auf dem Weg Richtung 2026. Mehrere Teams wirken titelreif, aber keines scheint gegen Druck immun. Die Mannschaften, die herausstechen, teilen ähnliche Eigenschaften. Sie bleiben kompakt, wenn etwas schiefläuft. Sie überstürzen nichts. Sie fallen nach einer schlechten Phase nicht auseinander.

Genau das entscheidet Weltmeisterschaften. Nicht, wer isoliert am besten aussieht, sondern wer seine Struktur hält, wenn das Turnier beginnt, zurückzuschlagen.