Vorbild Benfica: Heidenheim bleibt mutig
Trainer Frank Schmidt hat Champions League geschaut, das soll seiner Elf in Dortmund helfen.
Platz 18. Die geteilt schwächste Abwehr der Liga. Die geteilt schwächste Offensive. Die Lage beim Fußball-Bundesligisten 1. FC Heidenheim war schon mal rosiger. Doch Trainer Frank Schmidt will sich nicht beirren lassen. "Ich denke in Chancen", sagte er vor dem Gastspiel des Schlusslichts bei Borussia Dortmund am Sonntag (17.30 Uhr/DAZN), Inspiration hat er in der Champions League gefunden.
"Wir sind nicht Inter Mailand", sagte Schmidt zwar mit Blick auf den jüngsten BVB-Gegner in der Königsklasse, der Dortmund am vergangenen Mittwoch bezwungen hatte (2:0). Er glaube aber dran, "dass im Fußball Dinge passieren, an die keiner glaubt", meinte Schmidt und verwies auf das Last-Second-Wunder in Lissabon, wo sich Benfica gegen Real Madrid (4:2) dank des Treffers von Torwart Anatolij Trubin noch einen Play-off-Platz gesichert hatte.
"Denen fehlt ein Tor. Und alle im Stadion wissen es, nur die Mannschaft nicht. Und dann auf einmal merken alle, auch auf der Bank: Wir brauchen noch ein Tor", erzählte Schmidt die dramatischen Szenen nach: "Der Torwart geht vor, die Flanke kommt perfekt und er macht den Ball direkt rein. Soll mir also keiner erzählen, dass im Fußball jedes Ergebnis schon vorher klar ist."
Das gelte auch für seinen FCH und den Auftritt in Dortmund, auch wenn sich Schmidt der Tatsache bewusst ist, "dass es ein extrem schweres Spiel für uns wird". Das Rezept? Heidenheimer Tugenden - und nicht zu viel auf das Gerede im Umfeld hören. "Wir sind zwei Punkte vom Relegationsplatz weg. Und ich habe so das Gefühl, da wird schon ein bisschen aufgegeben", sagte Schmidt und appellierte: "Wir dürfen uns nicht beeinflussen lassen. Wir müssen an uns glauben." Wie Benfica.