VfB Stuttgart gut genug, um mitzuhalten - aber nicht kaltschnäuzig genug, um zu gewinnen

Nach der Niederlage gegen AS Rom muss der Bundesligist um das Achtelfinale in der Europa League bangen

VfB Stuttgart gut genug, um mitzuhalten - aber nicht kaltschnäuzig genug, um zu gewinnen
IMAGO/Eibner

Der VfB Stuttgart hat sich in Rom um den Lohn einer ordentlichen Leistung gebracht. Das 0:2 bei der AS Roma ist nicht das Ergebnis einer schwachen Vorstellung, sondern das Resultat einer erschreckenden Chancenverwertung. Deniz Undav freistehend, Ermedin Demirovic freistehend – beide scheitern. Wer solche Möglichkeiten nicht nutzt, darf sich über Niederlagen nicht beschweren.

VfB-Trainer Sebastian Hoeneß hat das Problem klar benannt. Die Effizienz, die seine Mannschaft in der Bundesliga auszeichnet, fehlt auf europäischer Bühne. Das ist keine Ausrede, das ist eine Diagnose. Und sie wiegt schwer, weil sie ein Muster offenbart. Drei Niederlagen in der laufenden Europapokal-Saison sprechen eine deutliche Sprache. Der VfB Stuttgart spielt gut genug, um mitzuhalten. Aber er spielt nicht kaltschnäuzig genug, um zu gewinnen.

Die Konsequenz ist bitter. Mit zwölf Punkten auf Platz 13 der Ligaphase braucht Stuttgart nun nicht nur einen Sieg gegen die Young Boys Bern, sondern auch die Patzer mehrerer Konkurrenten, um doch noch direkt ins Achtelfinale einzuziehen. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist gering. Der Umweg über die Play-offs ist fast sicher. Zwei zusätzliche Spiele im Februar, die niemand eingeplant hatte und die den ohnehin engen Terminkalender weiter belasten werden.

VfB Stuttgart enttäuscht, genervt und traurig

Jamie Leweling brachte die Stimmung auf den Punkt: enttäuscht, genervt, traurig. Das sind keine Phrasen eines Spielers, der eine Niederlage schönreden will. Das ist die ehrliche Reaktion eines Profis, der weiß, dass mehr drin gewesen wäre. In Rom hätte der VfB gewinnen können. Er hat es nicht getan.

Hoeneß versucht, das Positive zu betonen. Seine Mannschaft habe in einer anspruchsvollen Atmosphäre ein ordentliches Spiel gemacht. Man könne auf dieser Leistung aufbauen. Das stimmt. Aber es ändert nichts an der Tatsache, dass ordentliche Leistungen ohne Punkte wertlos sind. Der internationale Fußball verzeiht keine Nachlässigkeit vor dem Tor. Er bestraft sie.

Die Stuttgarter müssen sich fragen, warum sie in der Bundesliga treffen und in Europa versagen. Liegt es am Druck? An der Unerfahrenheit auf dieser Bühne? An mangelnder Konzentration in entscheidenden Momenten? Die Antwort darauf wird über die weitere Entwicklung dieses Teams entscheiden.

Für den Moment bleibt die Erkenntnis, dass der VfB seinen Anspruch auf einen direkten Achtelfinalplatz verspielt hat. Nicht weil er zu schlecht gespielt hätte. Sondern weil er zu schlecht abgeschlossen hat. Das ist die bitterste Art zu verlieren.