USA verweigert Haiti die Einreise: Wie wird das erst bei der WM?

Ein jamaikanischer Klub scheitert an US-Einreiseverboten. Das zeigt: Hoffnung ist kein Plan für ein Turnier in einem Land mit Restriktionen gegen 18 Nationen.

USA verweigert Haiti die Einreise: Wie wird das erst bei der WM?
IMAGO/ZUMA Press Wire

Zehn Spieler bekommen kein Visum, ein Klub muss mit Jugendspielern antreten, und ein Kontinentalverband schweigt. Was sich gerade rund um das Champions-Cup-Spiel zwischen Los Angeles Galaxy und dem jamaikanischen Vizemeisters Mount Pleasant abspielt, ist mehr als eine bürokratische Panne. Es ist ein Warnsignal für den gesamten Weltfußball.

Jetzt zeigt sich, was passiert, wie Sportverbände und Regierungen aneinander vorbeireden. Sieben der betroffenen Spieler sind haitianische Staatsbürger. Haiti gehört zu jenen Ländern, deren Bürger einem generellen Einreiseverbot in die USA unterliegen. Dass ausgerechnet ein karibischer Klub bei einem offiziellen CONCACAF-Wettbewerb an der US-Grenze scheitert, offenbart die ganze Absurdität der Situation.

Sportdirektor Paul Christie bringt es auf den Punkt: Sein Klub will nicht nur dabei sein, er will um den Sieg kämpfen. Aber wie soll das gehen, wenn man nicht einmal die beste Elf aufbieten darf? Mount Pleasant reist mit einem 18-köpfigen Kader nach Kalifornien, fünf Spieler stammen aus der eigenen Jugend. Trainer Theodore Whitmore muss improvisieren, greift auf Spieler aus Jamaikas U20-Nationalteam zurück. Das ist kein fairer Wettbewerb mehr, das ist sportliche Willkür durch die Hintertür.

Was besonders irritiert: Die CONCACAF bemüht sich laut Medienberichten um eine Lösung, aber eine offizielle Stellungnahme gibt es nicht. Dieses Schweigen ist bezeichnend. Der Verband, der die WM 2026 mitorganisiert, schafft es nicht, klare Regeln für seinen eigenen Klubwettbewerb durchzusetzen. Wie soll das erst werden, wenn im Sommer Nationalmannschaften aus aller Welt einreisen wollen?

Offiziell sind WM-Teilnehmer von den Einreiseverboten ausgenommen. Haiti hat sich qualifiziert, die Zusicherungen existieren auf dem Papier. Aber was nützen Ausnahmeregeln, wenn sie im Alltag nicht greifen? Wenn schon jetzt, Monate vor dem Turnier, Spieler an der Grenze scheitern, dann ist das kein Einzelfall, sondern ein Systemversagen.

Der Fußball hat sich entschieden, seine größte Bühne in ein Land zu verlegen, das Einreiseverbote gegen 18 Nationen verhängt hat. Diese Entscheidung wurde getroffen, als die politischen Rahmenbedingungen längst bekannt waren. Jetzt zeigt sich, dass Hoffnung kein Plan ist.