Union setzt auf Baumgart – und erteilt dem Bundesliga-Aktionismus eine Absage
Union Berlin setzt auf Kontinuität und verlängert den Vertrag mit Baumgart.
Union Berlin macht etwas, das im modernen Fußball selten geworden ist: Der Klub entscheidet sich für Ruhe statt für Aktionismus. Die vorzeitige Vertragsverlängerung mit Trainer Steffen Baumgart ist ein Statement, das über den reinen Personalakt hinausgeht.
Baumgart übernahm im Januar 2025 eine Mannschaft, die sich in einer schwierigen Phase befand. Dass Union nach 16 Spieltagen mit 22 Punkten auf dem neunten Tabellenplatz steht, ist kein Zufall.
Es ist das Ergebnis einer Arbeit, die auf Stabilität und Klarheit setzt – zwei Begriffe, die Geschäftsführer Horst Heldt in seiner Bewertung des Trainers ausdrücklich betont.
Was Baumgart in Köpenick leistet, passt zur DNA dieses Vereins. Union war nie ein Klub der großen Gesten und teuren Transfers. Union war immer ein Klub der Haltung. Baumgart verkörpert genau das.
Seine Aussage, dass er von Anfang an auf Vertrauen und eine klare Idee von Fußball gesetzt habe, ist keine Phrase. Sie beschreibt eine Arbeitsweise, die im hektischen Bundesliga-Geschäft zur Ausnahme geworden ist.
Baumgart-Entscheidung verdient Respekr
Die Entscheidung der Vereinsführung verdient Respekt. In einer Liga, in der Trainer nach wenigen Niederlagen entlassen werden und Geduld als Schwäche gilt, geht Union einen anderen Weg. Heldt spricht von einer geschlossenen Arbeit auf dem Platz und darüber hinaus. Das klingt nach einem Umfeld, in dem Entwicklung möglich ist.
Natürlich ist der neunte Platz kein Grund für Euphorie. Aber er ist ein solides Fundament. Baumgart hat bewiesen, dass er eine Mannschaft stabilisieren kann. Die Frage wird sein, ob er sie auch weiterentwickeln kann. Die Vertragsverlängerung gibt ihm die Zeit, diese Frage zu beantworten.
Für Baumgart persönlich schließt sich in Berlin ein Kreis. Er lief einst selbst für Union auf, kennt den Verein von innen. Diese Verbindung ist mehr als Nostalgie. Sie schafft eine Identifikation, die sich nicht kaufen lässt.
Union Berlin zeigt mit dieser Entscheidung, dass Kontinuität kein Zeichen von Ideenlosigkeit sein muss. Im Gegenteil: Sie kann der klügste Schritt sein, den ein Verein machen kann. Baumgart hat das Vertrauen erhalten. Jetzt muss er liefern.