"Unerträglich": Yamal verurteilt antimuslimische Gesänge
Bei Spaniens Test gegen Ägypten verunglimpften Fans am Dienstag in Barcelona den Gegner.
Der Ausnahmefußballer Lamine Yamal hat entsetzt auf die antimuslimischen Sprechchöre bei Spaniens Testspiel gegen Ägypten reagiert. "Als Muslim empfinde ich das als respektlos und unerträglich", schrieb der Sohn eines marokkanischen Vaters und einer äquatorialguineischen Mutter am Mittwoch auf Instagram.
Fans im RCDE-Stadion in Barcelona hatten vor der Partie des Europameisters am Dienstag (0:0) die gegnerische Hymne ausgebuht und während der ersten Halbzeit herabwürdigende Parolen skandiert. Medienberichten zufolge sangen die Anhänger: "bote, bote, bote musulman el que no bote" (übersetzt: "Spring, Spring, Spring, wer nicht springt, ist ein Muslim").
"Ich verstehe, dass nicht alle Fans so sind, aber diejenigen, die solche Dinge singen: Eine Religion auf dem Spielfeld zum Gegenstand von Spott zu machen, lässt euch als ignorante und rassistische Menschen dastehen", schrieb Yamal unter sein Schwarz-Weiß-Bild vom Einlauf. "Fußball ist dazu da, um Spaß zu haben und die Mannschaft anzufeuern, nicht um Menschen wegen ihrer Herkunft oder ihres Glaubens respektlos zu behandeln."
Neben Yamal kritisierten auch Spaniens Justizminister Felix Bolanos ("eine Schande"), der spanische Fußballverband (RFEF) und Nationaltrainer Luis de la Fuente die Vorgänge scharf. Die Polizei hat bereits Ermittlungen aufgenommen. "Abgesehen davon danke ich den Leuten, die gekommen sind, um uns anzufeuern. Wir sehen uns bei der Weltmeisterschaft", schrieb Yamal.
Das Testspiel war wegen des Krieges im Nahen Osten aus Katar nach Barcelona verlegt worden und diente als Vorbereitung auf die WM in den USA, Mexiko und Kanada (11. Juni bis 19. Juli). Spanien trifft in der Gruppe H dann auf Uruguay, Saudi-Arabien und Neuling Kap Verde. Ägypten bekommt es in der Staffel G mit Belgien, Iran und Neuseeland zu tun.