Schlechte EM-Erinnerungen: Attwell leitet DFB-Spiel

Der Engländer war bei der EM 2024 VAR - und griff beim Handspiel des Spaniers Cucurella nicht ein.

Schlechte EM-Erinnerungen: Attwell leitet DFB-Spiel
Foto: © AFP/SID/OLI SCARFF

Beim Länderspiel gegen Ghana am Montag (20.45 Uhr/ARD) werden für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft böse EM-Erinnerungen wach. Schiedsrichter Stuart Attwell leitet die Partie in Stuttgart - der Engländer war beim bitteren Viertelfinal-Aus der DFB-Auswahl bei der Heim-EM 2024 gegen den späteren Europameister Spanien (1:2 n.V.) im selben Stadion als Videoassistent im Einsatz.

Damals sorgte ein Handspiel des Spaniers Marc Cucurella im eigenen Strafraum nach einem Torschuss von Jamal Musiala (106.) für großen Ärger. Dass der VAR Attwell bei der Szene nicht eingriff, bezeichnete Bundestrainer Julian Nagelsmann als "Wahnsinn" und polterte: "Dass es dann keinen Elfmeter gibt - das kann ich nicht akzeptieren." Der frühere DFB-Kapitän Michael Ballack schimpfte: "Ein klareres Handspiel gibt es nicht mehr im Fußball."

Schiedsrichter-Experten nannten die Entscheidung auf Weiterspielen von Schiedsrichter Anthony Taylor damals regeltechnisch allerdings vertretbar. Es habe erkennbar keine Absicht vorgelegen, die Distanz zum Schützen sei kurz und der Schuss sehr hart gewesen.

"Diese Szene zeigt das ganze Dilemma der Regel", sagte etwa der Unparteiische Patrick Ittrich: "Ich bin eigentlich auch eher bei Handspiel, aber es nicht das Handspiel, bei dem du ihn rausschickst, weil du keine anderen Bilder hast."

Besonders bemerkenswert: Im EM-Achtelfinale gegen Dänemark (2:0) hatte Attwell seinem Landsmann Michael Oliver als Videoschiedsrichter assistiert, der bei einer vergleichbaren Szene auf Handelfmeter für Deutschland entschied.

Attwell (43) ist seit 2009 FIFA-Schiedsrichter. Schon bei der EM 2021 war er als VAR im Einsatz. Ein Länderspiel der deutschen Elf pfiff er bislang noch nicht, die U21 und die U19 des DFB verloren jeweils ihre eine Begegnung unter seiner Leitung.