Saisonstart in China: Neun von 16 Klubs mit Minuspunkten
Wegen Spielmanipulation, Glücksspiel oder Korruption geht mehr als die Hälfte der Teams der Super League mit einem Handicap in die Spielzeit.
Die chinesische Super League galt einst als erstrebenswertes Ziel für Top-Fußballer, die im Spätherbst ihrer Karriere noch einmal gutes Geld verdienen wollen. In den Jahren des Booms bis 2020 zog es prominente Namen wie Hulk oder Carlos Tévez ins Reich der Mitte, auch Sandro Wagner stürzte sich ins fürstlich entlohnte Abenteuer China. Doch von dieser Euphorie ist wenig geblieben, wie der Saisonstart am Freitag zeigte.
Gleich neun von 16 Klubs begannen die Spielzeit nach Punktabzügen im Minus. Die Gründe: Spielmanipulation, Glücksspiel und Korruption. Am härtesten traf es mit jeweils zehn Zählern Abzug Vizemeister Shanghai Shenhua, wo einst Jörg Albertz, Carsten Jancker, Tévez, Nicolas Anelka oder Didier Drogba kickten, und Wagners Ex-Klub Tianjin.
Die Sanktionen waren im Januar nach umfangreichen Untersuchungen ausgeprochen worden. Insgesamt waren 13 Vereine betroffen, von denen vier abgestiegen sind. Der Verband wollte damit seine "Nulltoleranzpolitik" unterstreichen.
Rekordmeister Guangzhou FC (ehemals Evergrande) wurde wegen massiver finanzieller Probleme und Schulden des Eigentümers Anfang 2025 sogar aus den Profiligen ausgeschlossen. Im September 2024 waren bereits Dutzende Offizielle und Spieler mit lebenslangen Sperren belegt worden. China als "gelobtes" Fußballer-Land? Der geneigte Bald-Rentner wechselte zuletzt lieber nach Saudi-Arabien.