Rüdiger: "Hatte Szenen, die deutlich drüber waren"
Der Nationalspieler räumt Fehler ein und will "noch konzentrierter" sein. Er sei definitiv "kein Sicherheitsrisiko".
Fußball-Nationalspieler Antonio Rüdiger hat eigene Fehler eingeräumt und zugleich die Mannschaft für die WM in den USA, Mexiko und Kanada in die Pflicht genommen. Er nehme "seriös und sachlich vorgetragene" Kritik ernst, "weil ich selbst weiß, dass ich Szenen hatte, die deutlich drüber waren", sagte der 33-Jährige der FAZ (Dienstagausgabe) und versicherte: "Das hat dann auch insofern Einfluss, weil ich versuche, noch konzentrierter zu sein. Ich will kein Unruheherd sein, sondern Stabilität und Sicherheit geben."
Nach seinem Foul an Diego Rico vom FC Getafe war der Profi von Real Madrid deutlich kritisiert worden. "Die Diskussion zeigt mir noch einmal, dass ich eine Verantwortung habe, der ich in manchen Momenten nicht gerecht geworden bin", räumte der Verteidiger ein.
Julian Nagelsmann hatte Rüdiger am vergangenen Donnerstag bei seiner Kaderbekanntgabe bereits in Schutz genommen. Der 81-malige Nationalspieler sei "einer, der die Familie Nationalmannschaft extrem schützt und alles dafür tut, dass wir erfolgreich sind", dazu "ein richtiger Typ, der einen maximalen Siegeswillen verkörpert", sagte der Bundestrainer.
Rüdigers Foul an Rico wertete er als "hart, aber fußballspezifisch" und sagte: "Antonio ist einer, der super polarisiert, deswegen wird da super viel draus gemacht."
Rüdiger betonte, er bereite sich intensiv auf seine Gegenspieler vor, wolle hart und intensiv verteidigen. "Ich bin definitiv kein Sicherheitsrisiko für meine Mannschaften. Ich weiß ganz genau, in welcher Minute wir sind und was auf dem Spiel steht", sagte er.
Mit seiner Spielweise wolle er mitreißen. "Wir müssen wieder dahin kommen, dass es maximal unangenehm ist, gegen Deutschland zu spielen", forderte Rüdiger: "Wir haben sehr viel Talent und Technik, das wissen alle. Aber Talent allein gewinnt keine Weltmeisterschaften. Wir müssen diese Mentalität wiederfinden - im positiven Sinne. Wir müssen als Einheit so unangenehm zu bespielen sein, dass der Gegner schon im Tunnel keinen Bock mehr hat."
Es gehe darum, "diese Grenze im Kopf zu verschieben". Jeder müsse bereit sein, "für den anderen die Drecksarbeit zu machen, dann sind wir extrem schwer zu schlagen."