Rohr zum Afrika-Cup: "Das ist fast unmenschlich"
Der Nationaltrainer von Benin kritisiert, dass die Bestrafung für den Senegal nicht bereits während des Endspiels durch den Schiedsrichter erfolgte.
Benins Nationaltrainer Gernot Rohr hat mit Entsetzen auf die Vorgänge rund um das Finale des Afrika-Cups reagiert. "Das ist eine unglaubliche Sache, es hätte nie dazu kommen dürfen. Der Schiedsrichter hätte die Entscheidung schon während des Spiels treffen müssen", sagte der gebürtige Mannheimer der Zeitung Rheinpfalz zu dem Urteil, Marokko nachträglich zum Afrika-Meister zu ernennen.
Der afrikanische Fußball-Verband CAF hatte dem Senegal am Dienstag den Kontinental-Titel wieder aberkannt. Die Mannschaft war während des Endspiels 57 Tage zuvor nach einer Elfmeterentscheidung für Marokko zunächst vom Platz gegangen, nach einer Unterbrechung aber wieder zurückgekehrt. Durch ein Tor in der Nachspielzeit gewann Senegal 1:0.
"Wenn eine Mannschaft zwanzig Minuten nicht mehr auf dem Platz ist, muss man sagen: Jetzt ist Schluss. Aber das wurde verpasst", sagte Rohr und ergänzte: "Ich finde es bedauerlich für den Fußball in Afrika und der ganzen Welt, dass so etwas passiert ist. Man stelle sich vor, wie sich die Spieler des Senegal fühlen müssen, die jetzt zwei Monate später den Titel weggenommen bekommen. Das ist fast unmenschlich."
Rohr war mit der Nationalmannschaft von Benin, die er seit 2023 trainiert, im Achtelfinale des Turniers an Ägypten gescheitert. Der Benin ist die fünfte Trainerstation des 72-Jährigen in Afrika.