Peinlich, aber irgendwie auch cool: Mach dein 1000. Tor, CR7!
Fever Pit'ch-Kolumnist Alex Steudel über den 41 Jahre alten Weltfußballer, der es einfach nicht lassen kann: Er spielt und spielt und spielt – sogar noch für Portugal. Das Ziel ist klar.
Cristiano Ronaldo macht weiter. Und weiter. Und weiter. Dabei ist er 41. Das ist ungefähr die Altersklasse von Schweini. Mesut Özil (37) ist dagegen ein junger Hüpfer. Aber Ronaldo spielt. Und spielt. Und spielt. Er hat eine Mission.
Nicht den EM-Titel will er, auch nicht auf einen weiteren WM-Einsatz kommen – seine Mission ist Pflichtspieltor Nummer 1000. Koste es, was es wolle.
Ist das cool, oder ist das peinlich? Irgendwie beides.
Ronaldo erinnert mich inzwischen an den alternden Muhammad Ali. Der wurde mit 39 von Trevor Berbick vermöbelt. Drama in Bahama nannten das die Amis. Man wollte nicht zusehen müssen, wie der Größte aller Zeiten nur noch herumstand, mit den Armen fuchtelte und auf einen Glückstreffer wartete.
Wie Ronaldo bei der letzten WM.

CR7 schoss zwar zwei Feldtore in fünf Spielen, die Portugiesen kamen ins Achtelfinale – aber man hatte den Eindruck: Sie schafften das trotz, nicht dank Ronaldo. Er ist langsam geworden und etwas hüftsteif. Bei seinen Übersteigern sehe ich keinen Superstar mehr, sondern mich, wie ich morgens aufs Fahrrad steige und versuche, mir nicht das Schlüsselbein zu brechen.
Während andere in diesem Alter Golf spielen, mit Mikro am Spielfeldrand stehen oder Trainer des SC Freiburg sind, macht Ronaldo als Spieler weiter und weiter. In der saudi-arabischen Liga, der Gehalts-Flatrate des Fußballs, sowieso, aber auch im Nationalteam. Gestern spielte er für Portugal gegen Wales, stand in der Startelf und blieb beim 1:0 ohne Treffer. Er wurde in der 68. Minute ausgewechselt.
Warum macht er das? "Ich möchte ein spektakuläres Vermächtnis hinterlassen", hat CR7 gesagt. Er will die 1000 mehr als alles andere. 979 hat er schon.
Das wiederum gefällt mir. Wenigstens bei den Toren möchte Cristiano Ronaldo als Größter aller Zeiten abtreten. Selbst Lionel Messi, der GOAT, hat "nur" 936 Tore erzielt und wird die 1000 wohl nicht erreichen, er ist ja schon 39. Gerd Müller, Ferenc Puskás und Konsorten trafen deutlich seltener. Pelé zählt nicht, weil er viele seiner Tore bei irgendwelchen dubiosen Freundschaftskicks erzielte.
21 Treffer fehlen Ronaldo. Ich ahne, was weltweit los sein wird, wenn er sich der 1000er-Marke gefährlich nähert und sie schließlich knackt: Die Hölle wird los sein. Wir werden alle mitfiebern. Und das ist irgendwie cool.
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