Nach Skandalspiel: Dresden kündigt Maßnahmen an

Dynamo Dresden arbeitet die Vorfälle aus dem Heimspiel gegen Hertha BSC auf.

Nach Skandalspiel: Dresden kündigt Maßnahmen an
Foto: © picture-alliance/dpa/SID/Sebastian Kahnert

Fußball-Zweitligist Dynamo Dresden arbeitet das Skandalspiel gegen Hertha BSC an Karsamstag (0:1) auf und hat "infrastrukturelle Veränderungen" für seine Heimspiele angekündigt. Im Raum stehen diverse Maßnahmen, darunter Umbaumaßnahmen im Rudolf-Harbig-Stadion und ein überarbeitetes Sicherheitskonzept.

"Unser Stadion soll auch zukünftig ein sicherer Ort für alle sein. Den eingeschlagenen Weg, mit über 30.000 Zuschauern, die Woche für Woche für eine Gänsehautatmosphäre sorgen, werden wir uns nicht von Einzelpersonen kaputt machen lassen", sagte Sportgeschäftsführer Sören Gonther: "Es gilt jetzt schnellstmöglich die entsprechenden Maßnahmen zu ergreifen, um ein deutliches Signal zu senden, dass wir für unsere Worte und Werte einstehen."

Nach Klubangaben prüft man derzeit etwaige Umbaumaßnahmen, um den Gästebereich weiter zu sichern und darüber hinaus auch den Sitzplatzbereich für Gästefans in Richtung des Stadioninnenraums sowie den angrenzenden Tribünen einzugrenzen. Bei Hochrisikospielen sollen zukünftig Mitarbeiter des Ordnungsdienstes auch vor dem Bereich des K-Blocks den Innenraum absichern. Darüber hinaus werden Polizeikräfte direkt im Stadion positioniert. Nach Rücksprache mit der Polizei werden zudem ab sofort die Pufferbereiche im Heimbereich rund um den Gästeblock erweitert. In Summe werde ein "tiefgreifendes Präventionskonzept erarbeitet, um Abläufe am Spieltag weiter zu verbessern", so Dynamo.

Beim Duell gegen Hertha BSC hatten Fans beider Lager für schwere Ausschreitungen gesorgt. Anhänger überwanden Absperrungen, im Innenraum kam es zu Auseinandersetzungen mit Pyrotechnik und Raketen. Die Dresdner Polizei leitete mehr als ein Dutzend Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung ein.

"Wir waren schockiert darüber, derartige Szenen beobachten zu müssen. Dass erstmals seit dem Stadionneubau 2009 eine solche Eskalation passieren konnte, hat alle erschüttert", sagte Dynamos Aufsichtsratsvorsitzender Michael Ziegenbalg. Gleichzeitig habe man im gesamten Verein ein großes Bestreben und Engagement wahrnehmen können, "um bestehende Maßnahmen zur Prävention zu überprüfen und zu stärken. Wenn Vertrauen missbraucht und deutliche Grenzen überschritten werden, sind wir als Verein in der Verantwortung, grundsätzliche Vorgehensweisen zu ändern."

Nach der Sichtung von Foto- und Videomaterial sollen mit Hilfe der Polizei die entsprechenden Personen ermittelt werden. "Für uns gibt es hierbei keinerlei Diskussionspotenzial - sobald Täter ermittelt werden, wird es neben der strafrechtlichen Verfolgung durch die Polizei auch ein striktes Verfahren für Stadionverbote von unserer Seite geben", sagte Geschäftsführer Stephan Zimmermann.