Musialas Comeback: Warum seine Geduld wichtiger ist als seine Tore

Jamal Musiala könnte den Bayern in der Rückrunde noch mehr Auftrieb geben. Vor allem in der Champions League

Musialas Comeback: Warum seine Geduld wichtiger ist als seine Tore
IMAGO/Propaganda Photo

Die Nachricht klingt unspektakulär, ist aber von enormer Bedeutung für den FC Bayern: Jamal Musiala rechnet mit seinem Comeback in den kommenden Wochen. Was der 22-Jährige beim Fanclub-Besuch nahe der deutsch-österreichischen Grenze verkündete, dürfte in der Münchner Führungsetage für Erleichterung sorgen.

Sechs Monate Zwangspause nach einer schweren Verletzung – das ist eine Ewigkeit im modernen Fußball. Kurz vor Weihnachten kehrte Musiala ins Mannschaftstraining zurück, seitdem arbeitet er sich Schritt für Schritt heran. Trainer Vincent Kompany hofft, ihm Ende Januar erste Einsatzminuten geben zu können. Das klingt nach einem realistischen Zeitplan, der Vernunft vor Ungeduld stellt.

Bemerkenswert ist, wie Musiala selbst mit der Situation umgeht. Er gibt offen zu, dass er am liebsten schon längst wieder gespielt hätte. Doch er akzeptiert, dass es nicht allein seine Entscheidung ist. Diese Reife verdient Anerkennung. Zu viele Spieler haben ihre Karriere ruiniert, weil sie nach schweren Verletzungen zu früh zurückkehrten. Musiala scheint verstanden zu haben, dass Geduld keine Schwäche ist, sondern Professionalität.

Für den FC Bayern kommt die Rückkehr zur rechten Zeit. Die Münchner haben in der Hinrunde gezeigt, dass sie auch ohne ihren besten Spieler konkurrenzfähig sind. Doch in der entscheidenden Phase der Saison, wenn es um Titel geht, macht ein Unterschiedsspieler wie Musiala den Unterschied. Seine Fähigkeit, Spiele im Alleingang zu entscheiden, ist im deutschen Fußball einzigartig.

Die Aussage, er wolle ohne Angst zurückkommen, offenbart die psychologische Dimension einer solchen Verletzung. Es geht nicht nur darum, dass Knochen und Bänder wieder belastbar sind. Es geht darum, im Zweikampf nicht zu zögern, bei Grätschen nicht wegzuziehen, dem eigenen Körper wieder zu vertrauen. Das ist ein Prozess, der sich nicht erzwingen lässt.

Kompany handelt klug, wenn er Musiala behutsam aufbaut. Ein Kurzeinsatz hier, dreißig Minuten dort – so sollte der Weg zurück aussehen. Die Versuchung wird groß sein, ihn schnell in die Startelf zu werfen. Doch wer langfristig denkt, gibt ihm die Zeit, die er braucht.

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Musiala an sein altes Niveau anknüpfen kann. Die Vorzeichen stimmen. Er trainiert gut, er ist motiviert, und er hat die richtige Einstellung. Für den FC Bayern ist das die beste Nachricht seit langem.