Manchester-Kapitalismus: Strafe muss sein!
Inzwischen wissen wir, wie das moderne Manchester City Grundwerte des Fußballs mit Füßen getreten hat; die Trickserei ist aktenkundig.
Wir Deutschen haben eine besondere Beziehung zu Manchester City. Niemand darf vergessen, wie die Sky Blues in England Bert Trautmann, einen deutschen Kriegsgefangenen, aufnahmen und zur Vereinslegende aufbauten. Wer jemals den gleichnamigen Spielfilm "Trautmann" gesehen hat, versteht vielleicht besser, mit welchen Werten ManCity groß wurde, Berge und Täler durchlitt und früher sympathischer als der Ortsrivale Manchester United zur Höchstform auflief. Bert Trautmann spielte sogar mit gebrochenem Genick für diesen Klub.

Inzwischen wissen wir, wie das moderne Manchester City Grundwerte des Fußballs mit Füßen getreten hat; die Trickserei ist aktenkundig. In 114 von 115 Anklagepunkten schuldig: Da wirken die letzten Unschuldsbeteuerungen der Klubverantwortlichen ("Verschwörungstheorien der Premier League!") wie Hohn. Der Verein hat Liga, Gegner und Fans hinters Licht geführt und die vielen Pokale mit unlauteren Methoden gesammelt. Der Finanzskandal ist eine Zäsur: Der englische Fußball setzt Fair Play über das Machtgehabe von Geldgebern.

Das Abwehrverhalten der Premier League ist umso erstaunlicher, weil ja seit Jahren die Vermutung im Raum stand, dass die Geltungssucht der besten Liga der Welt jede sportliche Form des Manchester-Kapitalismus irgendwie deckt und die Verfehlungen bei der Finanzierung der Guardiola-Truppe unter den Teppich kehrt. Heute wissen wir: Manchester City ist am Ende - die Selbstreinigungskräfte entfalten ihre Wirkung. Es ist einerseits furchtbar zu wissen, dass der Fußball betrogen wurde, andererseits gut, dass die Wahrheit ans Tageslicht kommt.

