Kwasniok, Wagner, Schmadtke: Darüber redet die Fußballwelt
Alles, was du heute am Montagmorgen wissen musst
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Zwei Siege aus 18 Spielen. Man muss diese Zahl wirken lassen, bevor man über Trainerwechsel, Impulse und Interimslösungen spricht. Der 1. FC Köln hat Lukas Kwasniok freigestellt – einen Tag nach dem 3:3 im Rheinderby gegen Gladbach, neun Monate nach dessen Amtsantritt, dreieinhalb Jahre vor Vertragsende. Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler sprach von einem „klaren Abwärtstrend" und davon, dass man einen „Impuls" setzen wolle. Das Wort Impuls ist in solchen Momenten das beliebteste Wort im Profifußball. Und fast immer das hohlste.
Der Konfliktkern liegt offen: Kwasniok kam im Sommer 2025 vom SC Paderborn, wo er in 140 Spielen einen soliden Punkteschnitt von 1,56 vorgelegt hatte. Er sollte den Aufsteiger stabilisieren, den „Tanker" in „ruhige Gewässer" führen, wie er selbst bei seiner Vorstellung sagte. Am neunten Spieltag stand Köln noch auf Platz sieben mit 14 Punkten – danach begann der freie Fall. Sieben Spiele ohne Sieg, Absturz auf Rang 15, nur noch zwei Punkte vor dem Relegationsplatz. Kessler vermied nach dem Derby-Abpfiff ein öffentliches Bekenntnis zum Trainer.
Wer die Grammatik solcher Nicht-Aussagen kennt, wusste da bereits Bescheid: Die Entlassung war beschlossene Sache, bevor die Sonne über dem Rheinland aufging. Zur Wahrheit gehört auch: Die Entscheidung kommt spät. Viel zu spät, wenn man ehrlich ist. Der Abwärtstrend war kein plötzlicher Einbruch, sondern ein schleichendes Abrutschen über Monate. Wer 18 Spiele braucht, um zu erkennen, dass nur zwei Siege zu wenig sind, dem fehlte schlicht ein funktionierendes Frühwarnsystem.
Kessler selbst ist erst seit Januar 2026 Geschäftsführer Sport, nach der Trennung von Christian Keller im Mai 2025 zunächst interimistisch als Sportdirektor eingesprungen. Die Strukturfrage reicht also tiefer als die Trainerfrage. Köln hat in den vergangenen zwölf Monaten seinen Geschäftsführer Sport verloren, seinen Aufstiegstrainer Friedhelm Funkel ziehen lassen, Kwasniok geholt und nun wieder entlassen. Das ist keine Strategie – das ist Fluktuation im Krisenmodus. Kann man so machen. Meistens endet sowas aber in der 2. Liga.
Viel Spaß beim Lesen wünscht
Euer Pit Gottschalk
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